Hallo Ihr Lieben,
ich bins schon wieder und wieder habe ich einige ziemlich komplexe Fragen. Vielleicht kann mir jemand von Euch weiterhelfen, der die gleiche Problematik hat bzw. Mediziner in Norge ist.
Ich habe seid meiner Geburt allergisches Asthma und chronische Bronchitis und vor ein paar Jahren wurde Diabetes mellitus festgestellt, für diesen muss ich täglich mehrmals 2 Sorten Insulin spritzen.
Ich werde mit der Intensivierten Insulintherapie behandelt. Das heißt im Klartext keine festen Mahlzeiteneinheiten oder Zeiten, keine festgelegten Insulineinheiten zu den Mahlzeiten. Ich passe die Insulinmenge über BE-Faktoren und Korrektureinheiten genau dem verzehrten Essen und Trinken an, so dass der Blutzucker nicht entgleisen kann, weil ich immer genau das gegenspritze was ich esse. Das Insulin dafür ist ein Analog Insulin, künstlich hergestelltes Insulin, welches eine verkürzte Wirkdauer nach der Mahlzeit auf 2-3 Stunden hat. So dass ich auch Zwischendurch jederzeit essen und trinken kann. Dieses Insulin ist von der Fa. Sanofi Aventis und heißt Apidra.
Zusätzlich spritze ich einmal täglich ein 24 Stunden wirksames Langzeitinsulin auch von oben genannter Firma mit dem Namen Lantus.
Auf Grund dieser Erkrankungen und auch noch einer Unterleibsproblematik bin ich in Deutschland zu 30% schwerbehindert.
Ich muss alle 3 Monate zu Untersuchungen die Blutbilder, EKG, Ultraschall der Venen in den Beinen und noch einiges anderes umfassen.
Jetzt zu meinen Fragen:
Wie verhält sich das in Norge mit dem Gesundheitssystem?
Mit welchen Kosten muss ich rechnen?
Bekomme ich dort auch alle Untersuchungen?
Wie sieht es mit dem Medikamenten aus, oder muss ich die aus Deutschland immer holen?
Wenn ich in Norge arbeite und gemeldet bin kann ich dann überhaupt noch in Deutschland zum Arzt gehen, wenn ich hier zu Besuch bin?
Bin etwas verunsichert wegen dieser ganzen Krankengeschichte und habe Sorge nicht die richtige für mich lebensnotwendige Behandlung zu erhalten.
Ich wäre Euch für Eure Ratschläge von Herzen dankbar.
lg Prisea
Arztbesuche und Chronische Erkrankungen
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the-sun
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- Registriert: Do, 15. Jul 2004, 20:36
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Re: Arztbesuche und Chronische Erkrankungen
Norwegen ist kein Dritte-Welt-Land nur mal so zur Info am Rande, auch hier gibt es eine normale Versorgung von chronisch Kranken.
Für die Eigenbeteiligung gibt es eine jährliche Maximalsumme von rund 2000 NOK, alles darüber geht über die frikort.
Für das Insulin, die Messstäbchen, Spritzpen-Köpfe kriegst du Rezepte mit dem du mehrere Male zur Apotheke gehen kannst, so dass nicht jedesmal ein Arztbesuch fällig wird.
Wenn dein in D genutztes Insulin hier in N nicht auf der Liste der zugelassenen Medikamente steht, kann dein fastlege es als 'Ausnahme' beantragen oder es wird durch ein gleichwertiges ersetzt.
Mein Herzliebster fühlt sich diabatesmässig hier genauso gut betreut wie in D.
Ach ja, wenn du in N arbeitest, kannst du im Urlaub in D in Notfällen (!) zum Arzt gehen, aber nicht für geplante Behandlungen.
Für die ersten 3 Monate in N würde ich mir ausreichend Medikamente mitnehmen, da es eine Zeit dauert bis du die Personnummer und damit einen fastlege hast. Und damit umgehst du dann zur legevakt zu müssen und es erstmal selbst zu zahlen.
Lg, britta
PS. wir hatten schon ausführliche diskussionen über das thema entweder hier oder im trolljenta-forum. nutze einfach mal die suchfunktion.
Für die Eigenbeteiligung gibt es eine jährliche Maximalsumme von rund 2000 NOK, alles darüber geht über die frikort.
Für das Insulin, die Messstäbchen, Spritzpen-Köpfe kriegst du Rezepte mit dem du mehrere Male zur Apotheke gehen kannst, so dass nicht jedesmal ein Arztbesuch fällig wird.
Wenn dein in D genutztes Insulin hier in N nicht auf der Liste der zugelassenen Medikamente steht, kann dein fastlege es als 'Ausnahme' beantragen oder es wird durch ein gleichwertiges ersetzt.
Mein Herzliebster fühlt sich diabatesmässig hier genauso gut betreut wie in D.
Ach ja, wenn du in N arbeitest, kannst du im Urlaub in D in Notfällen (!) zum Arzt gehen, aber nicht für geplante Behandlungen.
Für die ersten 3 Monate in N würde ich mir ausreichend Medikamente mitnehmen, da es eine Zeit dauert bis du die Personnummer und damit einen fastlege hast. Und damit umgehst du dann zur legevakt zu müssen und es erstmal selbst zu zahlen.
Lg, britta
PS. wir hatten schon ausführliche diskussionen über das thema entweder hier oder im trolljenta-forum. nutze einfach mal die suchfunktion.
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Re: Arztbesuche und Chronische Erkrankungen
Ich danke dir für die Antwort und die ausführlichen Informationen.
Nicht böse sein, dass ich so viel Frage und vielleicht in mancher Augen dumme Fragen.
Ich bin einfach nur unsicher, weil ich aus so vielen Seiten Infos hatte und jeder sagte mir was anderes.
Ich weiß, dass Norge kein 3. Weltland ist... immerhin beschäftige ich mich seid meinem 10. Lebensjahr mit Norwegen, obwohl es zu DDR Zeiten sehr schwer an Infos zu kommen.
Meine Liebe gehört also seid 24 Jahren diesem Land, aber da ich noch nie da war und ich mich informieren muss um nichts zu vergessen oder falsch zu machen, hören sich meine Fragen vielleicht naiv an.
Dass ich für die erste Zeit genug Medikamente mitnehmen muss ist klar und ich werde mir auch meine ganze Krankengeschichte bescheinigen lassen, ebenso die Medikation und mir auch wegen der Einfuhr die Bescheinigungen der Notwendigkeit für Insulin und Kanülen und Pens schriftlich bestätigen lassen.
Aber es ist schon so, dass man in Norge vor Ort einen Arzt zugewiesen bekommt? Quasi als Hausarzt und zu dem geht man immer mit allem oder?
Ich habe auch gelesen dass man für Operationen in Krankenhäusern auf so eine Art Warteliste gesetzt wird und das Maximum der Wartezeit beträgt 3 Monate. Notfälle werden aber sofort versorgt.
Auf diese Weise hat das Gesundheitssystem wohl einen besseren Überblick über den Krankenstand und die Häufigkeit der Erkrankungen.
Ist das richtig so?
lg Prisea
Nicht böse sein, dass ich so viel Frage und vielleicht in mancher Augen dumme Fragen.
Ich bin einfach nur unsicher, weil ich aus so vielen Seiten Infos hatte und jeder sagte mir was anderes.
Ich weiß, dass Norge kein 3. Weltland ist... immerhin beschäftige ich mich seid meinem 10. Lebensjahr mit Norwegen, obwohl es zu DDR Zeiten sehr schwer an Infos zu kommen.
Meine Liebe gehört also seid 24 Jahren diesem Land, aber da ich noch nie da war und ich mich informieren muss um nichts zu vergessen oder falsch zu machen, hören sich meine Fragen vielleicht naiv an.
Dass ich für die erste Zeit genug Medikamente mitnehmen muss ist klar und ich werde mir auch meine ganze Krankengeschichte bescheinigen lassen, ebenso die Medikation und mir auch wegen der Einfuhr die Bescheinigungen der Notwendigkeit für Insulin und Kanülen und Pens schriftlich bestätigen lassen.
Aber es ist schon so, dass man in Norge vor Ort einen Arzt zugewiesen bekommt? Quasi als Hausarzt und zu dem geht man immer mit allem oder?
Ich habe auch gelesen dass man für Operationen in Krankenhäusern auf so eine Art Warteliste gesetzt wird und das Maximum der Wartezeit beträgt 3 Monate. Notfälle werden aber sofort versorgt.
Auf diese Weise hat das Gesundheitssystem wohl einen besseren Überblick über den Krankenstand und die Häufigkeit der Erkrankungen.
Ist das richtig so?
lg Prisea