Auswanderung nach Norwegen

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Knuddel
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Re: Auswanderung nach Norwegen

Beitrag von Knuddel »

@Tammo,

klar da hast du recht, mit eigeiner Power kannst du vieles bewegen,musst du sogar.
Ich bin mit Sicherheit nicht untätig,auch mit meiner Qualifikation sieht es zur Zeit nicht rosig aus
in Norwegen,so ist es nunmal,leider.

Wer mir helfen möchte kann dies gerne machen,
ich suche eine Stelle als Busfahrer,Raum Vest - Austagder bis rüber nach Lillehamer.
Jetzt kommt bitte nicht mit schau in Nav oder sonst wo,da schau ich jeden Tag rein
und wenn wann was passendes dabei ist schicke ich E-mails raus.

Hilsen Andreas
mellowstar
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Re: Auswanderung nach Norwegen

Beitrag von mellowstar »

Tammo hat geschrieben:Es ist und bleibt ein sehr sensibles Thema!
2500,- €, brutto bedeutet den Mindestlohn, netto wäre es nicht schlecht! Wie Trolloma schon geschrieben hat, spielt eine sehr große Rolle, wo man eine Wohnung finden muss, in Oslo oder Bergen oder in einem eher ländlichen Gebiet. ... und, wie von Barney Bär angesprochen, kommt man allein oder sind noch Kinder mit im Spiel!
Auf der anderen Seite habe ich mich während unseres Weihnachtsurlaubs in D mit vielen Freunden unterhalten... Mellowstar ist 41, in D ist man, wie ich hörte, dort kaum noch vermittelbar! Worauf soll er jetzt warten? Die Prognosen sehen ja auch nicht alt zu rosig aus!
Wir hatten damals ungefähr 10.000,-€ Eigenkapital, haben aber, wie schon beschrieben, keine Unterstützung (Umzug etc.) bekommen. Das Geld war nach 4 Monaten aufgebraucht... und es begann eine sehr harte Zeit!
Auf der anderen Seite wäre mir eine solche berufliche Laufbahn in D nicht ermöglicht worden (bin etwas älter wie mellowstar), auch wenn wir oft völlig verzweifelt waren ging es immer irgendwie ein Stück vorwärts, in D bangt (fast) jeder täglich um seinen Job!
Ich glaube Eigeninitiative ist viel mehr wert, wie Eigenkapital!
Hey Tammo. Sorry das ich mich jetzt erst melde. Es sind zur Zeit nur 2500 Brutto und ich hoffe es wird im laufe der Zeit Netto. Ich versuche zur Zeit etwas Deld zu verdienen damit wir nach N können. Im Mai fange ich mit meiner Arbeit in N an. Bis dahin muß ich hier alles unter Dach und Fach haben. Mein neuer Chef hilft mir bei der Wohnungssuche. Dann komme ich mit meiner Familie rüber.Eine Frage noch als was bist du in N tätig?
Trollmama
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Re: Auswanderung nach Norwegen

Beitrag von Trollmama »

Hallo!
Du hast immer noch nicht geschrieben, wo Du arbeiten wirst!
2.500 Euro sind ca. 21.000 NOK. Ich gehe jetzt mal von einem (günstigen) Abgabesatz von ca. 20 % aus, dann hast Du ungefähr 17.000 NOK (2.000 Euro) netto.
Bist Du in der Umgebung von größeren Städten beschäftigt, wird ein großer Teil Deines Lohns für die Miete draufgehen! Hast Du ein Auto? Wir haben im für unsere alte Schleuder (Opel Astra, Bj. 2000) ungefähr 23.000 NOK Einfuhrsteuer an den Zoll bezahlt.
In Deutschland sind 2.000 Euro viel Geld. Aber hier in Norwegen wirst Du mehr schlecht als recht damit rumkommen, besonders wenn Du noch eine Familie hast.
Deine Frau wird also mitverdienen müssen! Deshalb ist das Lernen der Sprache oberste Priorität! Und selbst dann wird es nicht einfach, weil Deine Frau keine Berufsausbildung hat. Ich habe 2 abgeschlossene Lehren, spreche recht gut norwegisch und bin froh, als Putzfrau an einer Schule arbeiten zu dürfen.
Versteh mich nicht falsch: Ich will Dich nicht davon abbringen nach Norwegen auszuwandern. Aber ich möchte auch nicht, daß Du mit falschen Vorstellungen gehst und in Deutschland deswegen alles aufgibst. Denn es wird hart werden - sehr hart sogar!
Mein Vorschlag wäre, daß Du im Mai zunächst allein nach Norwegen kommst und Deine Familie in den Sommerferien rüberholst. Dann hast Du 2 Monate zum Einleben und weißt dann vielleicht schon, ob Norwegen wirklich so ist, wie Du Dir das vorgestellt hast.
Viele Grüße
Trollmama
der westfale
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Re: Auswanderung nach Norwegen

Beitrag von der westfale »

mellowstar hat geschrieben:
Tammo hat geschrieben:Es ist und bleibt ein sehr sensibles Thema!
2500,- €, brutto bedeutet den Mindestlohn, netto wäre es nicht schlecht! Wie Trolloma schon geschrieben hat, spielt eine sehr große Rolle, wo man eine Wohnung finden muss, in Oslo oder Bergen oder in einem eher ländlichen Gebiet. ... und, wie von Barney Bär angesprochen, kommt man allein oder sind noch Kinder mit im Spiel!
Auf der anderen Seite habe ich mich während unseres Weihnachtsurlaubs in D mit vielen Freunden unterhalten... Mellowstar ist 41, in D ist man, wie ich hörte, dort kaum noch vermittelbar! Worauf soll er jetzt warten? Die Prognosen sehen ja auch nicht alt zu rosig aus!
Wir hatten damals ungefähr 10.000,-€ Eigenkapital, haben aber, wie schon beschrieben, keine Unterstützung (Umzug etc.) bekommen. Das Geld war nach 4 Monaten aufgebraucht... und es begann eine sehr harte Zeit!
Auf der anderen Seite wäre mir eine solche berufliche Laufbahn in D nicht ermöglicht worden (bin etwas älter wie mellowstar), auch wenn wir oft völlig verzweifelt waren ging es immer irgendwie ein Stück vorwärts, in D bangt (fast) jeder täglich um seinen Job!
Ich glaube Eigeninitiative ist viel mehr wert, wie Eigenkapital!
Hey Tammo. Sorry das ich mich jetzt erst melde. Es sind zur Zeit nur 2500 Brutto und ich hoffe es wird im laufe der Zeit Netto. Ich versuche zur Zeit etwas Deld zu verdienen damit wir nach N können. Im Mai fange ich mit meiner Arbeit in N an. Bis dahin muß ich hier alles unter Dach und Fach haben. Mein neuer Chef hilft mir bei der Wohnungssuche. Dann komme ich mit meiner Familie rüber.Eine Frage noch als was bist du in N tätig?

Hei mellowstar,

2500,- Euro brutto sind hier eine ganz enge Geschichte, deine Frau sollte da sehr schnell auch arbeit finden.

2500,- Euro brutto sind ca. 2000,- netto ziehst du davon noch die Miete ab, bleiben je nachdem zwischen 1200,- - 1500,- Euro ueber ( sehr gut gerechnet).
Von der Summe die uebrig bleibt bin ich der Meinung das du hier keine Familie ernaehren kannst. Da sind die Lebenshaltungskosten doch zu hoch, um mit den Geld auszukommen.

Hilsen Mark
Barney Bär
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Re: Auswanderung nach Norwegen

Beitrag von Barney Bär »

mellowstar hat geschrieben: Es sind zur Zeit nur 2500 Brutto
habs schon mal geschrieben, aber ich hoffe, du hast dann gelegenheit zu ueberstunden. und dann gibts noch ein paar tricks, wie man die lebenshaltungskosten runtersetzten kann, wird aber ne echt enge zeit erst mal.
Trollmama
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Re: Auswanderung nach Norwegen

Beitrag von Trollmama »

Barney Bär hat geschrieben:[und dann gibts noch ein paar tricks, wie man die lebenshaltungskosten runtersetzten kann,
Hallo!
Dann mal her mit den Tricks. Ich denke, daß wir alle hier sehr daran interessiert sind. 8) :wink:
Viele Grüße
Trollmama
Barney Bär
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Re: Auswanderung nach Norwegen

Beitrag von Barney Bär »

Trollmama hat geschrieben: Dann mal her mit den Tricks. Ich denke, daß wir alle hier sehr daran interessiert sind. 8) :wink:
Viele Grüße
Trollmama
-es geht damit los, dass man drauf achtet in der wohnstatt nicht auf elektrische heizung oder øl angewiesen zu sein. das bennholz dann vom bauern holen, evtl. selber machen.
-vieles gibts gebraucht in gutem zustand oft auch gratis, finn.no checken!
-beim auto mal den standard runter setzen, nicht teuer importieren sondern ne billige schuessel mit noch anderthalb bis 2 jahren tuev. viel wichtiger sind gescheite winterreifen, wenns um investitionen geht.
-den kaufrausch generell abstellen.
-wir haben viele jahre sowohl in d als auch in n zu siebt von einem einkommen gelebt, doppelte haushaltsfuehrung ueber insgesamt fast zwei jahre inklusive. da nimmt man auch mal nen sack aufgetragener kinderklamotten gerne, ist ja ohnehin ueblich.
-leitungswasser kann man sogar trinken! (scheint nicht jedem klar zu sein)
-eine angel ist immer eine gute investition, die sich bei fleissigem gebrauch schnell amortisiert!
-ausfluege statt abends in die kneipe lieber tagsueber in den wald verlegen. wuerstchen sind billiger im laden als in der tanke, der einweggrill auch, und schon hat man ein nettes wochenderlebnis zum minipreis, das in norwegen noch dazu von fast allen punkten aus zu fuss erreichbar ist.
-solange ihr nur ein einkommen habt uebernimmt die kommune kosten fuer sfo und kindergarten teilweise oder ganz (hængt von der anzahl der kinder ab)
-und ganz wichtig: lasst euch keinesfalls dazu verleiten, in sachen standard mit den norwegischen kollegen mithalten zu wollen. oft sieht es ohnehin so aus, dass die leute fuer haus, auto(s), boot, hytte, uvm. bis ueber beide ohren verschuldet sind und wenn dann die zinsen steigen wirds im kuehlschrank ruck zuck leer, nur sagen tut das natuerlich keiner.
-rauchen aufhøren
-alkohol nicht kaufen, sondern selber panschen. zubehør gibts guenstig in jedem europris, nur die erstanschaffungen (grosse eimer und so) gehen bissl ins geld
-wir ham gar kein tv, aber sowas uebernimm heuer ja das sozialamt als lebensnotwendig. :roll:
-fuers telefon vielleicht erst mal nur breitbandanschluss und dann skypen.

so, das war erst mal unsere liste. :D
der westfale
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Re: Auswanderung nach Norwegen

Beitrag von der westfale »

Barney Bär hat geschrieben:-es geht damit los, dass man drauf achtet in der wohnstatt nicht auf elektrische heizung oder øl angewiesen zu sein. das bennholz dann vom bauern holen, evtl. selber machen.
-vieles gibts gebraucht in gutem zustand oft auch gratis, finn.no checken!
-beim auto mal den standard runter setzen, nicht teuer importieren sondern ne billige schuessel mit noch anderthalb bis 2 jahren tuev. viel wichtiger sind gescheite winterreifen, wenns um investitionen geht.
-den kaufrausch generell abstellen.
-wir haben viele jahre sowohl in d als auch in n zu siebt von einem einkommen gelebt, doppelte haushaltsfuehrung ueber insgesamt fast zwei jahre inklusive. da nimmt man auch mal nen sack aufgetragener kinderklamotten gerne, ist ja ohnehin ueblich.
-leitungswasser kann man sogar trinken! (scheint nicht jedem klar zu sein)
-eine angel ist immer eine gute investition, die sich bei fleissigem gebrauch schnell amortisiert!
-ausfluege statt abends in die kneipe lieber tagsueber in den wald verlegen. wuerstchen sind billiger im laden als in der tanke, der einweggrill auch, und schon hat man ein nettes wochenderlebnis zum minipreis, das in norwegen noch dazu von fast allen punkten aus zu fuss erreichbar ist.
-solange ihr nur ein einkommen habt uebernimmt die kommune kosten fuer sfo und kindergarten teilweise oder ganz (hængt von der anzahl der kinder ab)
-und ganz wichtig: lasst euch keinesfalls dazu verleiten, in sachen standard mit den norwegischen kollegen mithalten zu wollen. oft sieht es ohnehin so aus, dass die leute fuer haus, auto(s), boot, hytte, uvm. bis ueber beide ohren verschuldet sind und wenn dann die zinsen steigen wirds im kuehlschrank ruck zuck leer, nur sagen tut das natuerlich keiner.
-rauchen aufhøren
-alkohol nicht kaufen, sondern selber panschen. zubehør gibts guenstig in jedem europris, nur die erstanschaffungen (grosse eimer und so) gehen bissl ins geld
-wir ham gar kein tv, aber sowas uebernimm heuer ja das sozialamt als lebensnotwendig. :roll:
-fuers telefon vielleicht erst mal nur breitbandanschluss und dann skypen.

so, das war erst mal unsere liste. :D
Wo ist da denn nun das bessere Leben das man hier in Norwegen finden soll, wenn letzendlich weiter Hartz4 praktiziert wird, nur auf einen hoeheren Nivau? :nixwissen:

Hilsen Mark
Barney Bär
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Re: Auswanderung nach Norwegen

Beitrag von Barney Bär »

der westfale hat geschrieben:Wo ist da denn nun das bessere Leben das man hier in Norwegen finden soll, wenn letzendlich weiter Hartz4 praktiziert wird, nur auf einen hoeheren Nivau? :nixwissen:

Hilsen Mark
mit vielen kindern und einem einkommen wird man nirgendwo reich, nicht mal in norwegen, aber das wussten wir vorher.
fuer den threadstarter wuerde es sich ja mal lediglich um eine anfangsphase handeln und keinen dauerzustand. das trifft uebrigens auf jeden neustart zu, auch innerhalb deutschlands, sowas weiss man aber auch vorher. (oder sollte es wissen. :roll: )
und der unterschied ist z.b., dass ich in d erst einen angelkurs und dann einen schein brauche. in norwegen hole ich mir schlimmstenfalls ne angelkarte, am fjord nicht mal das.
wir arbeiten uebrigens seit juni zum ersten mal seit langem wieder zu zweit, dazu hætten wir aber auch nicht unbedingt umziehen muessen, das hætte sich auch in d ergeben.
es gibt noch ein paar unterschiede mehr zwischen d und n, die frage ist eben nur, ob man auch wert drauf legt. wer das nicht tut muss ja auch nicht umziehen. das "bessere" leben ist dort, wo man sich wohler fuehlt. das ist alles.
manche haben ja auch festgestellt, dass sie mehr "deutsches" vermissen, als "norwegisches" ersetzen kann, wenn du verstehst, was ich meine. die gehen dann eben wieder nach deutschland.

lg.

ps. das "hartz4-leben" ist nicht so zehrend, wenn man bessere møglichkeiten zum auftanken hat. die muss sich aber jeder selbst definieren.
Tammo
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Re: Auswanderung nach Norwegen

Beitrag von Tammo »

@ Barney Bär
ja, wir haben es fast ohne Ausnahme genau so gemacht... 3x die Woche Fisch ( in Deutschland wäre das Luxus)!
@ Westfale
In D ist es sehr schwer, aus dieser Hartz4 Schiene herauszukommen! In N stehst du am Anfang, aber hast mit Ehrgeiz und Fleiss sehr wohl die Möglichkeit deinen Lebensstandard zu verbessern, es hängt alles etwas mehr von dir selbst ab!

Schlimm wird es nur, wenn man zu sehr frustriert wird (und da kommen ja oft 100te von Dingen gleichzeitig), dabei einen "kühlen Kopf" zu behalten ist oft nicht leicht!!
der westfale
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Re: Auswanderung nach Norwegen

Beitrag von der westfale »

Hei Tammo, hei Barney Baer,

sicher ist aller Anfang schwer und man sollte das auch wissen. Kommt man aus Hartz4 und verdiehnt hier letzendlich zwar viel Geld fuer deutsche Verhaeltnisse, aber fuer norwegische Verhaeltnisse doch am unteren Level so wird es doch sehr schnell frustrierend, besonders wenn, wie du sagst Tammo, 100 dinge auf einmal auf einen zukommen.
Auch bei aller Sparsamkeit gibt es halt einige Dinge die man einfach nicht wegsparen kann. Dazu gehoehren meiner Meinung nach Auto, Miete, Nahrung wichtigste Versicherungen.
Darueber sollte sich der Fragensteller nun einmal klar sein, das man hier bestimmt aus dem deutschen Hartz4 System ausbrechen kann, aber noch viel schneller wieder dort sein kann.

Hilsen Mark
Jools
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Re: Auswanderung nach Norwegen

Beitrag von Jools »

Barney Bär hat geschrieben: -es geht damit los, dass man drauf achtet in der wohnstatt nicht auf elektrische heizung oder øl angewiesen zu sein. das bennholz dann vom bauern holen, evtl. selber machen.
-vieles gibts gebraucht in gutem zustand oft auch gratis, finn.no checken!
-beim auto mal den standard runter setzen, nicht teuer importieren sondern ne billige schuessel mit noch anderthalb bis 2 jahren tuev. viel wichtiger sind gescheite winterreifen, wenns um investitionen geht.
-den kaufrausch generell abstellen.
-wir haben viele jahre sowohl in d als auch in n zu siebt von einem einkommen gelebt, doppelte haushaltsfuehrung ueber insgesamt fast zwei jahre inklusive. da nimmt man auch mal nen sack aufgetragener kinderklamotten gerne, ist ja ohnehin ueblich.
-leitungswasser kann man sogar trinken! (scheint nicht jedem klar zu sein)
-eine angel ist immer eine gute investition, die sich bei fleissigem gebrauch schnell amortisiert!
-ausfluege statt abends in die kneipe lieber tagsueber in den wald verlegen. wuerstchen sind billiger im laden als in der tanke, der einweggrill auch, und schon hat man ein nettes wochenderlebnis zum minipreis, das in norwegen noch dazu von fast allen punkten aus zu fuss erreichbar ist.
-solange ihr nur ein einkommen habt uebernimmt die kommune kosten fuer sfo und kindergarten teilweise oder ganz (hængt von der anzahl der kinder ab)
-rauchen aufhøren
-alkohol nicht kaufen, sondern selber panschen. zubehør gibts guenstig in jedem europris, nur die erstanschaffungen (grosse eimer und so) gehen bissl ins geld
-wir ham gar kein tv, aber sowas uebernimm heuer ja das sozialamt als lebensnotwendig. :roll:
-fuers telefon vielleicht erst mal nur breitbandanschluss und dann skypen.
Eins der besten Postings der letzten Wochen hier :-)

Kann mich da nur anschließen, man kann seinen Lebensstandard an vielen Ecken herunterschrauben, und wenn man das nur an einigen tut, spart man schon eine Menge Geld.
Ich hab auch keinen Fernseher ;-), musste das Rauchen gottseidank nicht erst abstellen, gehe nur selten in die Kneipe. Fisch ist deutlich günstiger als Fleisch, und selber lecker kochen viel billiger als essen gehen - und besser ;-)
Auto importieren habe ich mir aus naheliegenden Gründen auch verkniffen, es hier erst ein halbes Jahr ohne ausgehalten, dann wieder eins gekauft - und zwar eins mit hohem Wiederverkaufswert.
Bin wieder in eine WG gezogen, ich dachte, ich wäre aus dem Alter raus ;-)
finn.no ist tatsächlich eine Goldgrube. Billiges Kaminholz, Möbel, man findet wirklich alles da, nur eben nicht in der Vielfalt wie auf ebay.

Die schönsten Freizeiterlebnisse gibt's in der Natur, und die kostet nix. Für die, die was kosten, gibt es Vereine mit niedrigen Mitgliedsbeiträgen.

Nur angeln muss ich noch lernen, ich bin immer kurz vorm Herzinfarkt, wenn der Fisch noch mal zuckt.

Am schwersten war eindeutig der Punkt mit dem Kaufrausch ;-)

So, und last but not least: Ich habe nicht das Gefühl, auf Hartz4-Niveau zu leben ;-)

Der springende Punkt ist doch: Will man seinen Lebensstandard, den man sich einmal erarbeitet hat, wieder zurückschrauben? U.U. auch ganz schön weit? Wenn man dazu bereit ist, dann stehen einem deutlich mehr Türen offen,...
-und ganz wichtig: lasst euch keinesfalls dazu verleiten, in sachen standard mit den norwegischen kollegen mithalten zu wollen. oft sieht es ohnehin so aus, dass die leute fuer haus, auto(s), boot, hytte, uvm. bis ueber beide ohren verschuldet sind und wenn dann die zinsen steigen wirds im kuehlschrank ruck zuck leer, nur sagen tut das natuerlich keiner.
Wenn man nachfragt, schon. Eine Bekannte, mein Jahrgang, gleiches Gehalt, wohnt mit ihrem Mann im Haus mit Meerblick, zwei Autos, eine Jolle, im Sommer haben sie sich auf Pump eine Yacht gekauft, 600.000 NOK. Solche Aktionen sind hier durchaus nicht unüblich. Aber will ich mich so verschulden? NEIN - danke.
Tammo
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Re: Auswanderung nach Norwegen

Beitrag von Tammo »

Ich habe mellowstar eine PN geschickt und in groben Zügen aufgelistet, welche Kosten auf ihn zukommen...

Habe überlegt, es hier einzustellen, aber auf der anderen Seite habe ich keine Lust, jede Position auszudiskutieren, hängt ja immer von jedem selbst ab. Wir haben ein Haushaltsbuch geführt und es war schon interessant, an welchen Stellen man Geld sparen kann! Ein solches Haushaltsbuch kann ich wirklich jedem wärmstens empfehlen, habe es erst mit Excel gemacht, aber man findet wirklich günstige, fertige und einfache Programme im Internet, die 15€ hat man im ersten Monat wieder drin!!
Jools
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Re: Auswanderung nach Norwegen

Beitrag von Jools »

@Tammo: Ich hab's auf Papier gemacht. Vier Monate jeden Kaffee aufgeschrieben, danach wusste ich in etwa, was geht und was nicht.
Hoffe er weiß Deine Mühen zu schätzen.

Schönes WE noch,

whatever_happens
Barney Bär
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Re: Auswanderung nach Norwegen

Beitrag von Barney Bär »

mich wuerde echt mal interessieren um wieviel personen es sich eigentlich handelt.
ich meine, hey, unsere autos sind sicher keine hingucker, aber das macht sie diebstahlsicher und zeitweise hatten wir drei davon - bei wie gesagt einem einkommen. wir hatten sogar die dumme situation, fuer drei wohnstætte blechen duerfen, gott sei dank nur zwei monate lang. wir haben mit dem bischen das wir hatten noch 2 andere familien aus dem dreck gezogen (autos verliehen) oder zumindest dabei geholfen. bei 4 personen sind 25000 easy going, wenn man sich ein bissl geschickt dranstellt. und die vollen 36% steuer zahlt man dann uebrigens eh nicht.
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