Muß ich mein Auto verzollen?????

Arbeiten, Formalitäten, Wohnen, Studieren, Au-pair, Schüler-/Studentenaustausch, Praktika. Wir sind keine Jobbörse!
snowstorm
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 465
Registriert: Fr, 23. Aug 2002, 11:59
Wohnort: Arendal
Kontaktdaten:

Re: Muß ich mein Auto verzollen?????

Beitrag von snowstorm »

Roger hat geschrieben:Ich denke ihr wisst was ich sagen wollte. Mit meiner ursprünglichen Frage meinte ich aber was anderes. Ich meinte nämlich nur die Zölle die erhoben werden wenn jemand nach Norge umzieht und im selben Zug sein persönliches Auto mitnimmt. Diese Zölle sind ja horrend!! Klar, man könnte jetzt auch sagen das wenn jemand nach Norge zieht, er gefälligst auch ein Auto in Norge kaufen soll....
Der norwegische Staat hat die Möglichkeit abgeschafft, sein Auto abgabenfrei einführen zu können. Ist erst 2 Jahre her. Über das Warum kann man geteilter Meinung sein. Der ganz normale Einwanderer, der sich meistens gar keine Gedanken um die Abgaben gemacht hatte, brachte sein gewohntes Auto mit und gut war's. Aber: der schlaue Norweger (oder schlaue Einwanderer), der min. 5 Jahre im Ausland lebte, kaufte sich rechtzeitig das teuerste und stärkste Auto, dass er sich leisten konnte. Das hat er dann wenig benutzt und nach 2 Jahren für richtig teuer Geld verkauft. Da haben viele 200.000 NOK Gewinn gemacht. Viel Geld für null Arbeit. Nur Geduld musste man haben.

Dies hat aber viele Norweger ganz schrecklich geärgert, die sich veräppelt vorkamen. "Warum kann der...?" Denn da wurde vielen bewusst, wie sehr der eigene Staat sie doch schamlos ausnimmt. Also gleiches Recht für alle, jeder zahlt die Abgabe und schon ist der missgünstige Nachbarn zufrieden und der Staat Einnahmen.

Noch ein Wort zu euch Protektionisten:
Gary Romain: "Patriotismus ist Liebe zu den Seinen. Nationalismus ist Hass gegen die anderen."

Seine Märkte abschotten ist immer ein schöner Zug, wenn man die eigenen Bauern und Industrie schützen will. Habt ihr auch mal daran gedacht, dass viele den Zugang zu unseren Märkten bitter nötig haben? Ich bin dafür, dass der beste Anbieter zum Zuge kommt und nicht der, der von seiner Regierung am besten vor Konkurrenz geschützt wird.

Gruss Patricia
Ich bin keine Signatur. Ich bin hier nur die Putzfrau!
Heli
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 603
Registriert: Fr, 14. Jan 2005, 15:33
Wohnort: Bergen

Re: Muß ich mein Auto verzollen?????

Beitrag von Heli »

Hei,

die in Dänemark gängige Praxis der Zulassungssteuer verstößt gegen "die EU-Richtlinie 83/183/EWG vom 28. März 1983 über Steuerbefreiungen bei der endgültigen Einfuhr persönlicher Gegenstände durch Privatpersonen aus einem Mitgliedstaat". Aktuell liegt die Sache zur Entscheidung beim europäischen Gerichtshof. Soviel zu Dänemark.

Ich finde es aber schlicht weg frech, eigene Erzeugnisse ins Ausland zu exportieren und Freihandelsrecht in Anspruch zu nehmen, den eigenen Markt dafür aber abzuschotten. Wenn deutsche Firmen Aluprofile aus Norwegen beziehen gibt es da auch keinen Zoll daruf.

@ snowstorm: Und weil wir in Norwgen so sehr auf das Auto angewiesen sind, und keiner darauf verzichten würde (weil Norwger nunmal auf Autos stehen) wird es ja auch so arg besteuert. Der Staat weiß schon, wie er seine Gans zu rupfen hat...

@ Roger: Wenn Leute im Winter spanische Tomaten kaufen wollen dann ist es eben ihr Wille. Die Wirtschaft paßt sich letztendlich der Nachfrage an und versucht daran Geld zu verdienen. Daran ist nichts auszusetzten, weil es nur unserem Wohlstand dient.

Interessant: Bis auf wenige Ausnahmen schafft es der Markt sich selbst ins Gleichgewicht zu bringen. Es fällt aber auf, daß die problematischsten Bereiche auch immer die sind, die von Regelungs- und Subventionswut der Bürokraten erfaßt worden sind: Landwirtschaft und Gesundheitswesen.

HarzIV kommentiere ich hier nicht, sonst zerfleischt ihr mich noch :wink:

Gruß aus dem sonnigen Larvik!
snowstorm
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 465
Registriert: Fr, 23. Aug 2002, 11:59
Wohnort: Arendal
Kontaktdaten:

Re: Muß ich mein Auto verzollen?????

Beitrag von snowstorm »

Alsterix hat geschrieben:...Wenn in D bekannt wird dass wiedermal irgend ein Prominenter seine Steuern nicht zahlt sind viele Leute am ehesten neidisch weil sie selbst diese Moeglichkeit meist nicht haben; die immerhin strafbewehrte Handlung wird in breiter Oeffentlichkeit tendenziell als Kavaliersdelikt gesehen. In Skandinavien wird so jemand dagegen mindestens als kraeftig asozial angesehen und das mit Recht.
Das glaube ich so nicht. Höchstens an der Oberfläche.
Die meisten Leute wären auch froh, wenn sie Steuerschlupflöcher hätten. Oder kannst du mir erklären, warum auch in Norwegen die Schwarzarbeit floriert? Die Leute lehnen sich nur befriedigt zurück, dass der andere es auch nicht kann. Ist natürlich auch richtig, bloss dass jemand asozial ist - nee. Mein Schwiegervater wählt mit Vorliebe rot. Ist auch voll für die Vermögenssteuer. Dass ihm aber 1 Prozent viel mehr wehtut als jemand mit 5 Milliarden realisiert er nicht. Und die Steuer setzt schon sehr früh ein...

Nee nee. Was hier oben grassiert ist der Sozialneid. Und der kotzt mich an. Sag mal, in welchem anderen Land interessiert sich jemand dafür, welcher Prominente sich gerade ein teures Auto gekauft hat? Wenn Celina Middelfart einen Porsche Cayenne für 1,5 Millionen kauft kommt das hier in die VG!!!!

Gruss Patricia
Ich bin keine Signatur. Ich bin hier nur die Putzfrau!
Alsterix
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 1741
Registriert: Di, 09. Sep 2003, 18:39
Wohnort: Hamburg/D und Østfold/N - aber meist auf Achse

Re: Muß ich mein Auto verzollen?????

Beitrag von Alsterix »

Aus gutem Grund unterlasse ich es nach Moeglichkeit die norwegische Variante der deutschen BLOED-Zeitung zu zitieren und das Original schon garnich..... :wink:


alsterix
Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht. (Erich Fried)

Kultur ist, wenn man aus dem Schädel seines Feindes eine hübsche Trinkschale anfertigt,
Zivilisation, wenn man dafür ins Gefängnis kommt.

Wo gibt`s Høgørøk-Øl ? - http://www.monochrome.com/hogorok

DAS! neue Norwegenforum : http://norwegenforum.foren-city.de email : alsterix@sarpsborg.net
Roger
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 467
Registriert: Mi, 02. Apr 2003, 9:13
Wohnort: Sveits

Re: Muß ich mein Auto verzollen?????

Beitrag von Roger »

Heli hat geschrieben: @ Roger: Wenn Leute im Winter spanische Tomaten kaufen wollen dann ist es eben ihr Wille. Die Wirtschaft paßt sich letztendlich der Nachfrage an und versucht daran Geld zu verdienen. Daran ist nichts auszusetzten, weil es nur unserem Wohlstand dient.

Interessant: Bis auf wenige Ausnahmen schafft es der Markt sich selbst ins Gleichgewicht zu bringen.
Hei Heli,

Da stimm ich dir nicht ganz zu. Klar das ist ihr Wille und logischerweise will die Wirtschaft auch daraus Profit schlagen. Ich vertrete aber die Meinung das nicht alles was der Wirtschaft dient und Profit bringt auch gut ist. Es gibt seeehr viel Leidtragende; die Natur, Ausbeutung sozial schwacher usw...
Ich finde schon das daran was auszusetzen ist und ich bin auch nicht der Meinung das man nur weils dem Wohlstand dient alles dulden kann. Wohlstand ja aber zu welchem Preis?? Oder wie willst du das den Kindern beibringen die sich für uns und unseren Wohlstand in den billigen Produktionsländern in den Fabriken zu Tode arbeiten :roll:

Hilsen

Roger
Heli
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 603
Registriert: Fr, 14. Jan 2005, 15:33
Wohnort: Bergen

Re: Muß ich mein Auto verzollen?????

Beitrag von Heli »

Alsterix hat geschrieben: (...) In Skandinavien wird so jemand dagegen mindestens als kraeftig asozial angesehen und das mit Recht.
Wenn ich mir jedesmal wenn ich von einem Norweger gefragt werde, ob es auch ohne "moms" geht, mir was davon kaufen könnte, hätte ich auch so nen flotten Humwie... Deine Einschätzung läßt sich aber in der Praxis nicht bestätigen, da meine Norweger a sagen aber b tun.
Roger hat geschrieben: Ich vertrete aber die Meinung das nicht alles was der Wirtschaft dient und Profit bringt auch gut ist. Es gibt seeehr viel Leidtragende
Das Marktversagen hält sich real aber arg in Grenzen (eigentlich sind nur Umweltprobleme relevant). Falls Deine Aussage so dunkelrot gemeint ist wie sie sich anhört, sollten wir nicht weiter drüber sprechen - macht nur die Diskussion kaputt.
snowstorm hat geschrieben: Seine Märkte abschotten ist immer ein schöner Zug, wenn man die eigenen Bauern und Industrie schützen will. Habt ihr auch mal daran gedacht, dass viele den Zugang zu unseren Märkten bitter nötig haben? Ich bin dafür, dass der beste Anbieter zum Zuge kommt und nicht der, der von seiner Regierung am besten vor Konkurrenz geschützt wird.
Es kenne eine sehr schöne Studie, die sich der Armut in Afrika annimmt. Da stellen die Verfasser fest, daß durch die EU-Agrarsubventionen und Einfuhrbeschränkungen Lebensmittel aus afrikanischer Produktion keine Chancen auf dem europ. Markt haben. In Simbabwe sind z.B. klimatisch begründet bis zu 8 Ernten im Jahr möglich, Arbeitskräfte billig und verfügbar. Man kommt zum Schluß, daß Lebensmittelexport sehr renatabel wäre und eine Lösung der afrikanischen Unterentwicklung bringen würde. Was mich dann auch zu:
steinbeisser hat geschrieben: (...) kann eine Volkswirtschaft wie die Deutsche ( wenn man mal von Autos weg und z.B. zu landwirtschaftlichen Produkten kommt ) die Norwegische ohne Schutzzoelle haltlos ueberrennen.
bringt.

Steuerfinanzierte (wie denn sonst) Subventionen und Zölle sind ineffizient! (das ist bewiesen, also akzeptiert es!) Im Fall der norwegischen "Landwirtschaft" gehe ich noch weiter: das ist staatlich geförderte Rückständigkeit.

Gruß aus dem sonnigen Larvik!
Alsterix
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 1741
Registriert: Di, 09. Sep 2003, 18:39
Wohnort: Hamburg/D und Østfold/N - aber meist auf Achse

Re: Muß ich mein Auto verzollen?????

Beitrag von Alsterix »

Der von mir sehr geschaetzte amerikanische Autor Michael Moore macht in seinem Buch "Downsize This !" / deutsch "Querschuesse" zur amerikanischen Automobilindustrie u.a. die schoene folgende Aussage :

Fuer Geschaeftsleute "ist der Gewinn am wichtigsten" und sie tragen diesen Grundsatz gern in Sprechchoeren vor. ......
Haette ich jedesmal fuenf Cent bekommen wenn ich einen Anzugtraeger sagen hoerte dass "ein Unternehmen alles Notwendige tun muss um einen moeglichst hohen Gewinn zu erzielen", koennte ich jetzt eine sehr gute Bilanz ziehen. ....
Heute sitzt mir (im Flugzeug) der Besitzer eines US-amerikanischen Unternehmens gegenueber das Bueromaterial herstellt - in Taiwan.
"Wieviel ist genug ?" frage ich den Unternehmer.
"Genug von was ?" fragt er zurueck.
"Wieviel ist >genug< Gewinn ?"
Er lacht und sagt "da gibt es kein >genug<!"
"Zum Beispiel hat General Motors letztes Jahr fast 7 Milliarden Dollar Profit gemacht, aber es haetten auch 7,1 Milliarden sein koennen wenn es ein Werk in Parma, Ohio geschlossen und nach Mexiko verlegt haette. Waere das in Ordnung gewesen ?"
"Nicht nur in Ordnung" sagt er "Es waere sogar seine Pflicht gewesen, das Werk zu schliessen und die zusaetzlichen 0,1 Milliarden zu verdienen."
"Selbst wenn das fuer die Stadt Parma den Ruin bedeutet haette ? Warum sollte sich der Konzern nicht mit einem Gewinn von 7 Milliarden Dollar begnuegen und Parma verschonen ? Warum sollte er fuer 0,1 Milliarden Dollar Tausende von Familien ruinieren ? Halten Sie das fuer moralisch ?"
"Fuer moralisch ?" fragt er als ob er das Wort seit der ersten Konfirmandenstunde nicht mehr gehoert haette. "Das ist doch kein moralisches Problem. Das ist eine rein wirtschaftliche Frage. Ein Unternehmen muss tun koennen was es will, um einen Gewinn zu erzielen." .......
Wenn der Gewinn wirklich am wichtigsten ist, verstehe ich nur eines nicht : warum verkauft ein Unternehmen wie GM kein Crack ? Crack ist eine SEHR gewinntraechtige Ware. Mit jedem Pfund Kokain, aus dem Crack produziert wird, macht ein Dealer einen Gewinn von 45.000 Dollar. Demgegenueber verdient ein Autohaendler an einem 2000 Pfund schweren Auto nicht einmal 2000 Dollar. Ausserdem ist Crack sicherer als Autos. Jedes Jahr sterben 40.000 Menschen bei Autounfaellen, Crack hingegen verursacht der Regierungsamtlichen Statistik zufolge nur ein paar hundert Todesopfer pro Jahr und obendrein verschmutzt es die Umwelt nicht. Warum also verkauft GM kein Crack ? Wenn der Gewinn am wichtigsten ist, warum dann kein Crack verkaufen ?
GM verkauft Crack nicht, weil der Verkauf von Crack illegal ist. Warum ist er illegal ? Weil wir als Gesellschaft zu der Einsicht gekommen sind, dass Crack das Leben von Menschen ruiniert. Es zerstoert ganze Gemeinden. Es nagt direkt am Rueckgrat unseres Landes. Deshalb koennen wir einem Unternehmen wie GM nicht erlauben Crack zu verkaufen, gleichgueltig wieviel Gewinn eine Firma damit machen koennte.
Wenn wir einem Unternehmen wie GM nicht erlauben Crack zu verkaufen, weil das Rauschgift unsere Gemeinden zerstoert, warum darf der Konzern dann seine Werke schliessen ? Das zerstoert doch auch unsere Gemeinden.
"Wir koennen ihn nicht daran hindern, Fabriken zu schliessen, weil er das Recht hat, zu tuin, was er will, um Gewinne zu machen" wuerde mein vielfliegender Freund darauf antworten.
Aber das stimmt nicht. Es gibt viele Dinge, auf die der Konzern kein >Recht< hat : Er darf auch Kinderpornografie nicht verkaufen und weder Chemiewaffen noch andere lebensgefaehrliche Produkte herstellen, nur weil er mit ihnen Gewinn machen koennte.
Wir koennen Gesetze verabschieden, die Konzerne daran hindern uns zu schaden.
Und der massive Abbau von Arbeitskraeften, diese ganze Gesundschrumpferei, schadet uns.
Ich spreche nicht von berechtigten Entlassungen wenn ein Unternehmen Verluste macht und einfach nicht mehr die Kapitalreserven hat um seine Arbeiter zu bezahlen. Ich spreche von Konzernen wie GM, AT&T, und GE, die Entlassungen vornehmen obwohl sie Rekordgewinne in Milliardenhoehe erzielen. ...........

Zitiert aus Michael Moore "Querschuesse", ISBN 3-492-04564-2 Piper Verlag



Hilsen
alsterix
Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht. (Erich Fried)

Kultur ist, wenn man aus dem Schädel seines Feindes eine hübsche Trinkschale anfertigt,
Zivilisation, wenn man dafür ins Gefängnis kommt.

Wo gibt`s Høgørøk-Øl ? - http://www.monochrome.com/hogorok

DAS! neue Norwegenforum : http://norwegenforum.foren-city.de email : alsterix@sarpsborg.net
snowstorm
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 465
Registriert: Fr, 23. Aug 2002, 11:59
Wohnort: Arendal
Kontaktdaten:

Re: Muß ich mein Auto verzollen?????

Beitrag von snowstorm »

Bondevik geht mit Annan essen und die Rechnung beläuft sich auf 1,5 Milliarden NOK....

Ich hab es in irgendeiner Diskussion schon vorher mal gesagt:
Märkte öffnen! Dann kommt der beste Anbieter, wer auch immer das ist, zum Zuge und ich als mündiger Konsument bestimme, nach welchen Kriterien ich einkaufe. Dann bevormundet mich jedenfalls keine Regierung, wessen Produkt ich kaufe (Das tut sie nämlich in dem Moment wo sie einen bestimmten Anbieter unterstützt, auf das Preisgefüge Einfluss nimmt und damit meine freie Entscheidung manipuliert).

Aber nein, die Leute sonnen sich lieber in der Gewissheit 1% vom BIP an Entwicklungshilfe zu zahlen. "Wir sind die Wohltäter dieser Welt" Dass sie gleichzeitig ihren Markt rigoros abschotten bringen sie damit nicht in Verbindung. Was wäre denn, wenn der Zucker-Landwirt in Afrika seinen Zucker auch verkaufen könnte? Hallo?

Gruss Patricia
Ich bin keine Signatur. Ich bin hier nur die Putzfrau!
tomboll
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 382
Registriert: Sa, 03. Jan 2004, 17:25

Re: Muß ich mein Auto verzollen?????

Beitrag von tomboll »

xxx
Zuletzt geändert von tomboll am So, 09. Apr 2006, 16:51, insgesamt 1-mal geändert.
STEINBEISSER
Beiträge: 57
Registriert: Sa, 15. Nov 2003, 19:15
Wohnort: Skøyje

Re: Muß ich mein Auto verzollen?????

Beitrag von STEINBEISSER »

n´Tach nochmal !

Die Sache mit den Märkten, die man öffnen sollte und freier Handel für alle hat nur einen Haken. Die Welt ist NICHT gerecht ! Ich wünschte sie wäre es... Die sogenannte Globaliesierung die im Moment läuft ist nichts weiter als eine gigantische Gewinnmaximierung einzelner Großindustrien. Und das auf Kosten von Mensch und Umwelt. Sollte die Turnschuh-Plückerin in Thailand 15 Euro die Stunde verdienen, und sich dann einen Golf aus Wolfsburg kaufen können, dann wäre es Zeit über Zölle, Protektionismus und deren Abbau zu sprechen. Nur wird es wohl noch ein paar Generationen ( tausend vielleicht ) dauern, bis der Mensch an diesem Punkt ankommt. Und bis dahin kostet der Turnschuh entweder ein Monatsgehalt, oder die Thailänderin wird weiterhin für 5 1/2 cent die Stunde schindern - denn NIKE oder wer auch immer wird alles mögliche tun, aber bestimmt nicht auf nur ein Promillchen seines Gewinnes verzichten.
Es sind ja nicht mehr unbedingt einzelne Länder, die die Welt beherrschen, sondern internationale Großkonzerne. Und solange die Jungs und Mädels im Manager-Nadelstreif nationale Gesetze noch halbwegs beachten solange ist der angesprochene Patriotismus/Protektionismus tatsächlich " Liebe gegnüber den Seinen "
Nun sind in einigen Ländern des Westens ( um mal vor Ort zu bleiben ) die Volksvertreter weniger gierig als in anderen Ländern. Oder es wird durch allerhand praktische Gesetze ( wie zum Beispiel öffentlich machen des Jahreseinkommens usw. ) etwas erschwert den Hals nun gar nicht voll zu bekommen. Auch gibt es Regierungen die wirklich etwas fürs Land, die Bevölkerung, Kinder,Bildung usw. tun. Andere Regierungen handwerkeln in erster Linie ( oder gar nur ) für die Lobbies von denen sie eingesetzt wurden. Sprich, es gibt ein ziemliches Ungleichgewicht. Dummerweise sitzen die Unholde nun in den Ländern mit dem meisten Geld, und den stärksten Wirtschaftsräumen. Wenn dann die kleinen Länder nicht eine Trumpfkarte haben ( wie Norwegen z.B. mit seinem Öl ) oder geschickt taktieren ( wie die Schweizer, Liechtensteiner usw. ) kommen sie entweder unter die Räder, oder werden dem Deutsch-Franösischem EU-Reich einverleibt. Das nennt sich dann Erschließung neuer Märkte.
Das solche Freihandelszonen den Leuten die darin wohnen nicht zwangsläufig Verbesserungen beschehren läßt sich momentan ganz prima in Amerika betrachten. Mit welchen Versprechungen die Mexikaner zum Beitritt in die Nordamerikanische Freihandelszone gezwungen wurden weiß ich nicht. Das Amerikanische Konzerne einen Superschnitt machen ist kein Geheimniss ( Erst werden die Angestellten in den USA gegen die in Mexiko ausgespielt, Lohnkürzungen, Mehrarbeit usw., und letzten Endes wird die Produktion in den billigen Süden verlegt.) Aber ein Mexikaner darf deswegen noch lange nicht einfach so zum Arbeiten in den Norden...Die Amerikanische Wirtschaft freut sich Blümchen aufs Nachthemd so Klasse läufts mit der Freihandelszone !
Versteht mich jetzt nicht falsch, ich bin nicht unbedingt Fatalist oder so. Aber das mit der Liebe unter allen Menschen probiert das Christentum ( und nicht nur jenes) nun schon gute Zweitausend Jahre, und der Erfolg ist doch nur mäßig. Leider geht es immer noch zu wie im Tierreich, der Stärkere frisst den Schwächeren. Es sei denn, daß der sich tarnt, versteckt oder giftig ist. Und ob der Protektionismus nun Tarnung oder Giftstachel ist - mir egal, wenns nur hilft. Ich meine, daß die Gesellschaft in Norwegen ein Stück weit gerechter funktioniert als in den meisten anderen Ländern auf der Welt ( was nicht heißt, daß alles nun perfekt ist ), und das kann man ruhig "protekten".Das Land isoliert sich ja nicht oder schließt alle anderen aus, es beschützt im Grunde genommen nur die, die darin wohnen ( uns Ausländer mit eingeschlossen !).

Viele Grüße aus dem verregneten Sunnmöre
der Steinbeisser
Roger
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 467
Registriert: Mi, 02. Apr 2003, 9:13
Wohnort: Sveits

Re: Muß ich mein Auto verzollen?????

Beitrag von Roger »

Heisan,

@STEINBEISSER, ich kann nur :super: sagen, stimme dir voll zu!

@tomboll, nun ja Nationalismus....wenn ich das Objektiv betrachte dann hast du da gar nicht so unrecht, ich meine das aber Nationalismus im positiven Sinn. Klar ich muss euch recht geben, es wäre natürlich auch sehr schön wenn der Afrikaner (oder jemand anders) eine Chance hätte seine Produkte in unseren reichen (abgeschottenen) Ländern zu verkaufen, das würde ich auch sehr befürworten.
Es bringt aber auch nichts wenn wir nur noch von "billigen" Produkten aus dem Ausland überflutet werden und die eigene, teurere und subventionierte Milch (ist in der Schweiz der Fall) kein Schwein mehr kauft und somit unsere eigenen Leute auf der Strecke bleiben. Sozial sein ist gut und recht und glaubt mir, ich bin wirklich sehr sozial, aber ich bin schon der Meinung das ein Land zuerst einmal auf seine eigenen Bürger und Bewohner und somit auf ihre erzeugten Produkte Rücksicht nehmen sollte, diese fördert und den Markt gegen eine Überflutung durch Billigstprodukte schützt. Dazu stehe ich und ich finde das vollkommen in Ordnung! Ich meine, es kanns ja nun wirklich nicht sein dass das (arme) Rind welches x-mal quer durch die EU gekarrt wird, bei dem jeder Produktionsschritt in einem anderen Land vorgenommen wird, schlussentlich billiger ist als das lokale Fleisch! Da appeliere ich einfach einmal an die Ökologie...aber wie erwähnt, es wird dafür immer einen Markt geben solange es nur billig ist und da sind wir wieder beim Zitat von Michael Moore von wegen "Profit über alles".
Ich könnt ja sagen das ich einen an der Klapse habe :spinner: aber sowas ist echt nicht normal! Somit bin ich ein Befürworter von Einfuhrzöllen und Abschottung, nein besser gesagt Schutz vor solchen (meist ökologisch idiotischen) Machenschaften!

Eines dürfen wir aber nicht vergessen. Wir dürfen oben erwähntes nicht mit der Entwicklung in Drittweltländern vergleichen. Da muss ich auch Patricia recht geben. Ich finde aber das sind zwei paar Schuhe. Man müsste ein Gleichgewicht irgendwo dazwischen finden....nun, es ist nicht einfach und auch ich habe nicht die perfeke Lösung im Schrank....

Zudem wollte ich mich noch bedanken, denn meine ursprüngliche Frage, von der wir jetzt weit abdriften, wurde auch beantwortet :wink:

Hilsen

Roger
Heli
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 603
Registriert: Fr, 14. Jan 2005, 15:33
Wohnort: Bergen

Re: Muß ich mein Auto verzollen?????

Beitrag von Heli »

tomboll hat geschrieben: Das Beispiel mit Simbabwe von Heli ist allerdings aus anderen Gründen ziemlich daneben. Dort herrscht eine rassistische Diktatur (ausnahmsweise mal gegen die Weißen), ...
Die Entwicklung ist bedauerlich. Mir ging es aber nicht um den Staat Simbabwe sondern um die geographische Region. Die Studie von der ich gesprochen habe ist vor der "rassistischen Diktatur" entstanden. Ich wollte nur ein Beispiel dafür geben, daß bei "Schutzzöllen" einer geschützt und einer eben ausgeschlossen wird.

Michael Moore Aussagen haben meist eine Eigenschaft: sie basieren auf Halbwahrheiten genau so wie die Aussagen der Leute, die er anprangert.

Beispiel Produktionsverlagerung. Wenn das kleine indische Mädchen den Job beim Deichmannzulieferer verliert (weil die Produktion Heim geholt wird) kann sie ja einen gutbezahlten Job bei der indischen Telefongesellschaft annehmen. Wo lebt ihr denn ??? Das sind unter Umständen die einzigen Ernährer ihrer Familien.

Den Gesamtzusammenhang bitte beachten. Unternehmen aggieren im Wettbewerb. Wenn sie unrentabler als ihre Konkurrenz arbeiten laufen sie Gefahr verdrängt zu werden. Folge davon ist dann die Insolvenz. Dieser natürliche Selektionsprozeß sorgt dafür, daß nur die erfolgreichsten (sprich effektivsten) am Markt bleiben. Gesteigerter Gewinn heißt halt nicht immer "noch ne Prozkarre für den Boss" sondern auch höhere Produktion, bessere Qualität, Arbeitsplätze, effizientere Ressourcennutzung, technische Entwicklung, Fortschritt.

NB: Es gab in der Geschichte bereits zwei Systeme, die der Meinung waren, daß die Gesellschaft sich der Wirtschaft annehmen sollte und die Rahmenbedingungen zum "Wohl der Allgemeinheit" setzten sollte. Kriegsmarktwirtschaft (deutsches Reich 1934 - 45), Kommunismus (östl. Hemisphäre 1917 - heute).

Versteht mich jetzt bitte nicht falsch. Ich meine, man sollte eigene Erzeugnisse als Kunde bevorzugen (z.B. deutsche (oder norwegsiche :wink: )) Autos. Die richtige Reaktion aber auf Globalisierung (und damit meint man eigentlich: Out-Sourcing) ist aber ein Strukturwandel bei uns. In der Landwirtschaft arbeiten unter 1% der Bevölkerung (vor 50 Jahren waren es noch 20-30%). Vielleicht sollten wir hochbegabte und intelligente Europäer für anspruchsvollere Sachen begeistern als für die Gurkenernte.

Grüße aus dem (heute noch nicht) sonnigen Larvik
tomboll
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 382
Registriert: Sa, 03. Jan 2004, 17:25

Re: Muß ich mein Auto verzollen?????

Beitrag von tomboll »

xxx
Zuletzt geändert von tomboll am So, 09. Apr 2006, 16:51, insgesamt 1-mal geändert.
Alsterix
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 1741
Registriert: Di, 09. Sep 2003, 18:39
Wohnort: Hamburg/D und Østfold/N - aber meist auf Achse

Re: Muß ich mein Auto verzollen?????

Beitrag von Alsterix »

Ach Heli,

offensichtlich haben wir in Sachen Oekologie und Globalisierung grundlegend unterschiedliche Ansichten. Mit Ruecksicht auf das Forum (dessen Bezug nunmal Norwegen ist) moechte ich mich hier aus dieser Debatte verabschieden. Bei Interesse koennen wir das gerne im "Liberalisierungsforum" oder wo Du Dich sonst umtust weiterfuehren :lol: :lol: :lol:
Hier gehts mir zu weit am mutmasslichen Interesse der meisten Forumsteilnehmer vorbei.

By the way : @nicole_31 Es scheint also immerhin alles in allem Einigkeit darueber zu bestehen dass Du Dein Auto verzollen musst und alles andere am Ende nix als Aerger bringt.......

Apropos Gurkenernte - hab sicherheitshalber gerade nochmal nachgeschaut : was da in meinem Gemuesefach im Kuehlschrank vor-sich-hin-altert ist oder war laut Etikett tatsaechlich eine echte norwegische Gurke.....Solange hier welche wachsen und ich die bezahlen kann gehen mir Leute heftig gegen den Strich die sich ausdruecklich bereit erklaeren auch noch die letzten europaeischen Landwirtschaften entweder in den Ruin oder in die totale Industrialisierung treiben zu lassen nur weils "der Markt so will" :x :x :x


Gruesse aus dem halbwegs sonnigen (fuer die Gurken langts !) Sarpsborg

alsterix
Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht. (Erich Fried)

Kultur ist, wenn man aus dem Schädel seines Feindes eine hübsche Trinkschale anfertigt,
Zivilisation, wenn man dafür ins Gefängnis kommt.

Wo gibt`s Høgørøk-Øl ? - http://www.monochrome.com/hogorok

DAS! neue Norwegenforum : http://norwegenforum.foren-city.de email : alsterix@sarpsborg.net
pannekakelansk
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 419
Registriert: Mi, 27. Okt 2004, 21:55
Wohnort: Oslo, Norwegen

Re: Muß ich mein Auto verzollen?????

Beitrag von pannekakelansk »

Hallo zusammen,
ich hätte da noch eine Geschichte zum Thema Autoeinfuhr verzollen - heute gehört.
Eine Norwegerin die von Dt. nach Norwegen zurückwandern will und ihr Auto mitnimmt muß das selbstverständlich verzollen s.o. Kommt nun aber ihr Ehemann (Geschlechterverteilung andersrum geht natürlich auch) der weiterhin in Dt. wohnen bleibt in den Ferien zu besuch muß auch er sein Auto für die Besuchsreise verzollen. Wenn er dann einige Zeit später quasi hinterher wandert natürlich auch.
Das mit dem Besuchs-Autozoll klingt ehrlich gesagt sogar für mich verrückt. Alles andere ok, mit der Begündung von oben ist ja noch "sinnvoll" bzw. nachvollziehbar. Aber Besuchszoll ist mal was ganz neues.

Pannekakelansk
Antworten