Ich bin dabei, nach Häusern in Norwegen zu suchen. Dabei sind bei mir einige Fragen zum Abwasser aufgetaucht.
In Deutschland wohne ich bislang auch im Aussenbereich mit eigener Kleinkläranlage. Das wird für mich hier in Deutschland mehr und mehr zum bürokratischen Problem und zu einem Kostenfaktor. Ist dies in Norwegen auch so? Ich bin bei diesem Thema etwas unsicher.
Ich bin jetzt auf ein Haus gestossen, wo der Makler zum Haus schreibt: "offentlig vann, privat avløp med egen septik og offentlig tømming."
was genau bedeutet offentlig tømming, also öffentliches Entleeren?
Und worauf muss ich bei privaten Kläranlagen achten? Gibt es da Fallstricke, die ich vermeiden kann? Wie sind die Unterhaltungkosten von privaten Kleinkläranlagen in Norwegen? Gibt es da Probleme mit den Genehmigungen und dem Weiterbetrieb? Gibt es hier im Forum jemanden, der sich mit Abwasser auskennt? Das wäre ganz toll.
Vielen Dank schon mal
Fragen zu Abwasser, Kläranlage
Re: Fragen zu Abwasser, Kläranlage
"offentlig tømming" bedeutet, dass die Leerung des Tanks von den kommunalen Diensten gemacht wird.Bauer hat geschrieben: Ich bin jetzt auf ein Haus gestossen, wo der Makler zum Haus schreibt: "offentlig vann, privat avløp med egen septik og offentlig tømming."
was genau bedeutet offentlig tømming, also öffentliches Entleeren?
Das ist in der Regel ein jährlicher Festbetrag für diese Dienstleistung.
Das lässt sich (leider!) nicht allgemeingültig beantworten.Bauer hat geschrieben: Und worauf muss ich bei privaten Kläranlagen achten? Gibt es da Fallstricke, die ich vermeiden kann? Wie sind die Unterhaltungkosten von privaten Kleinkläranlagen in Norwegen? Gibt es da Probleme mit den Genehmigungen und dem Weiterbetrieb? Gibt es hier im Forum jemanden, der sich mit Abwasser auskennt? Das wäre ganz toll.
Vielen Dank schon mal
Zahlreiche Kommunen stellen langsam aber stetig von Septiktanks auf Kleinkläranlagen um.
Manche Gemeinden subventionieren die (frühe) Umstellung, manche nicht.
Gibt es noch keine kommunalen Umrüstungspläne, bleibt einem nicht übrig als die Kommune im konkreten Fall anzufragen.
Was ich so mitbekommen habe, ist das aber meist kein Problem.
Die Betriebskosten variieren je nach Grösse der Anlage, wenn sich mehrere Haushalte eine grössere Anlage teilen, ist der Unterhalt letztlich für den Einzelnen billiger als bei einer kleinen Anlage für jedes Haus separat.
Ich habe zuhause irgendwo die vorläufige überschlagsmässige Kostenberechnung unserer Kommune, da kann ich mal nach konkreten Zahlen schauen.
Re: Fragen zu Abwasser, Kläranlage
Folgende Kostenüberschläge habe ich von unserer Kommune, basierend auf Datenerhebungen von NIBIO:
Minikläranlage für ein Haus
Baukosten: 144.000-174.000 Kronen
Unterhalt: 5.900-8.100 Kronen (pro Jahr)
Minikläranlage für ein Haus
Baukosten: 144.000-174.000 Kronen
Unterhalt: 5.900-8.100 Kronen (pro Jahr)
Re: Fragen zu Abwasser, Kläranlage
Vielen Dank für die Antworten.
also ist das ähnlich wie bei uns. die Bestimmungen werden immer weiter verschärft, mit Kosten verbunden. So eine Kleinkläranlage in Norwegen ist dann alles andere als günstig.
aber muss wohl sein, bevor Abwässer in die Natur gelangen.
Diese Septic tanks, kann ich mir auch nicht richtig vorstellen. Sind das abflusslose Behälter? Wenn ich pro Jahr 60 kubikmeter Abwasser habe (das wäre so unser deutscher Wert), muss ich dann bei einem 6kubikbehälter 10 mal Abfuhr bezahlen? In einem Haus-Expose hab ich gesehen, dass 4 Abfuhren pro Jahr berechnet wurden. Hat man dann einen 15kubikmeter Behälter
Ich muss mir mal vor Ort anschauen, wie das funktioniert. Da die Besiedelung in Norwegen ja sehr verstreut ist und viele Menschen abseits der Abwasserleitungen leben, hoffe ich, dass die Behörden da entspannt sind. Es muss ja irgendwie funktionieren. Da muss ich mal in der Gemeinde Infos einholen.
Würde mich interessieren, wie man auf felsigen Grundstücken eine Kleinkläranlage baut. Sind das grosse oberirdische Tanks? Oder wird das in den Boden gesprengt?! Die Norweger sprengen ja ganz gerne.....
also ist das ähnlich wie bei uns. die Bestimmungen werden immer weiter verschärft, mit Kosten verbunden. So eine Kleinkläranlage in Norwegen ist dann alles andere als günstig.
aber muss wohl sein, bevor Abwässer in die Natur gelangen.
Diese Septic tanks, kann ich mir auch nicht richtig vorstellen. Sind das abflusslose Behälter? Wenn ich pro Jahr 60 kubikmeter Abwasser habe (das wäre so unser deutscher Wert), muss ich dann bei einem 6kubikbehälter 10 mal Abfuhr bezahlen? In einem Haus-Expose hab ich gesehen, dass 4 Abfuhren pro Jahr berechnet wurden. Hat man dann einen 15kubikmeter Behälter
Ich muss mir mal vor Ort anschauen, wie das funktioniert. Da die Besiedelung in Norwegen ja sehr verstreut ist und viele Menschen abseits der Abwasserleitungen leben, hoffe ich, dass die Behörden da entspannt sind. Es muss ja irgendwie funktionieren. Da muss ich mal in der Gemeinde Infos einholen.
Würde mich interessieren, wie man auf felsigen Grundstücken eine Kleinkläranlage baut. Sind das grosse oberirdische Tanks? Oder wird das in den Boden gesprengt?! Die Norweger sprengen ja ganz gerne.....
Re: Fragen zu Abwasser, Kläranlage
Danke für das Eröffnen des Threads, das treibt uns auch gerade um, Haus mit Anschluss oder Tank zu kaufen, denn eine Anlage in den Fels zu bauen....
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EuraGerhard
- NF-Stammbesucher

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Re: Fragen zu Abwasser, Kläranlage
Hallo!
Und im Zweifelsfalle wird tatsächlich gesprengt.
MfG
Gerhard
Richtig. Vor allem Phosphat muss rausgeholt werden, um Gewässerüberdüngung zu verhindern.Bauer hat geschrieben:... aber muss wohl sein, bevor Abwässer in die Natur gelangen.
Genau so ist es. Da muss regelmäßig ein Tankwagen kommen und den Inhalt abpumpen.Bauer hat geschrieben:Diese Septic tanks, kann ich mir auch nicht richtig vorstellen. Sind das abflusslose Behälter?
Je nach den örtlichen Voraussetzungen kann es möglich sein, nur die WC-Abwässer ("Schwarzwasser") in den Septiktank zu leiten und die übrigen Abwässer ("Grauwasser") z.B. über eine Sickergrube zu entsorgen. Falls dies nicht möglich ist, hilft nur Wassersparen, z.B. indem man auf eine Kompost- oder Verbrennungstoilette umsteigt.Bauer hat geschrieben:Wenn ich pro Jahr 60 kubikmeter Abwasser habe (das wäre so unser deutscher Wert), muss ich dann bei einem 6kubikbehälter 10 mal Abfuhr bezahlen?
Die Behörden mögen noch so entspannt sein, an die einschlägigen Gesetze müssen sie sich trotzdem halten. Und die sind im Laufe der Jahrzehnte immer strenger geworden.Bauer hat geschrieben:Da die Besiedelung in Norwegen ja sehr verstreut ist und viele Menschen abseits der Abwasserleitungen leben, hoffe ich, dass die Behörden da entspannt sind. Es muss ja irgendwie funktionieren. Da muss ich mal in der Gemeinde Infos einholen.
Es gibt beides, sowohl oberirdische als auch unterirdische Lösungen. Wobei das Prinzip einer Kleinkläranlage ja gerade ist, dass sie im Durchlaufbetrieb arbeitet und das Wasser, was am Ende herauskommt, so sauber ist, dass es entweder als Brauchwasser (Klospülung, Gartenbewässerung etc.) eingesetzt oder eben in die Natur abgeleitet werden kann.Bauer hat geschrieben:Würde mich interessieren, wie man auf felsigen Grundstücken eine Kleinkläranlage baut. Sind das grosse oberirdische Tanks? Oder wird das in den Boden gesprengt?! Die Norweger sprengen ja ganz gerne.....
Und im Zweifelsfalle wird tatsächlich gesprengt.
MfG
Gerhard
Früher war (fast) alles schlimmer.
