4 Wochen, ein Tag und noch etwas Nachschlag
Re: 4 Wochen, ein Tag und noch etwas Nachschlag
Gut das du bei der ganzen Tragik noch soviel Humor besitzt.
Sollte alles nur an einem Schrittmacher liegen? noch ist ja kein Ende in Sicht.
Wünsche dir auf jedenfall alles Gute und das es nun täglich besser wird.
Sollte alles nur an einem Schrittmacher liegen? noch ist ja kein Ende in Sicht.
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der westfale
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Re: 4 Wochen, ein Tag und noch etwas Nachschlag
Teil 5
Keine Nachtruhe und ein verwegender Plan
Mitte der Woche konnte mein Zimmergenosse das Krankenhaus verlassen. Klar freute ich mich fuer ihn, aber nun wurden auch die Karten wieder neu gemischt und mein neuer Zimmergenosse konnte alles sein. Da die Hoffnung ja zuletzt stirbt war ich frohen Mutes das es wohl nicht all zu schlimm ausfallen wird.
Falsch gehofft. Die erste Nacht offenbarte einen Albtraum. Kaum lag der Herr in der wagerechten, entfloh ihm auch schon ein Konzert. Nach meheren Stunden Dauerbeschallung platzte mir voellig der Kragen. Ich klingelte und bat die Schwester, die kahm, um ein Kissen oder einen Hammer um der Sache ein Ende zu bereiten. Nachdem sie mich daraufhin voellig konstaniert ansah, lies ich den ersten Plan fallen und nahm die angebotenen Oropax.
So zogen sich die Tage und Naechte. Es wurde Wochenend und nichts geschah. Aber immerhin waren da ja noch der Montag uns Dienstag. Soll wohl werden.
Es wurde Montag und mir wurde freudig bei Arztvesite verkuendet das das man diese Woche nun endlich freie Kapazietaeten haette. Wiebitte? Die Operation sollte bis spaehtestens morgen erledigt sein, so war das abgesprochen. Also nein bis morgen wird das nichts, schallte es mir entgegen. Wir hoehren mal fuer wann das diese Woche geplant ist.
Ja das moechte ich auch gern wissen. Allerdings fuehlte ich mich da schon ein wenig mehr als nur veraeppelt.
Am Nachmittag kahm dann der Termin. Eigentlich war es gar keiner, da nur von der Moeglichkeit die bestehen wuerde das diese Woche operiert wird, gesprochen wurde. Nach einen kurzen Wortgefecht das ich mich doch nun sehr verar... fuehlen wuerde war das Gespraech schnell beendet.
Keine Nachtruhe und ein verwegender Plan
Mitte der Woche konnte mein Zimmergenosse das Krankenhaus verlassen. Klar freute ich mich fuer ihn, aber nun wurden auch die Karten wieder neu gemischt und mein neuer Zimmergenosse konnte alles sein. Da die Hoffnung ja zuletzt stirbt war ich frohen Mutes das es wohl nicht all zu schlimm ausfallen wird.
Falsch gehofft. Die erste Nacht offenbarte einen Albtraum. Kaum lag der Herr in der wagerechten, entfloh ihm auch schon ein Konzert. Nach meheren Stunden Dauerbeschallung platzte mir voellig der Kragen. Ich klingelte und bat die Schwester, die kahm, um ein Kissen oder einen Hammer um der Sache ein Ende zu bereiten. Nachdem sie mich daraufhin voellig konstaniert ansah, lies ich den ersten Plan fallen und nahm die angebotenen Oropax.
So zogen sich die Tage und Naechte. Es wurde Wochenend und nichts geschah. Aber immerhin waren da ja noch der Montag uns Dienstag. Soll wohl werden.
Es wurde Montag und mir wurde freudig bei Arztvesite verkuendet das das man diese Woche nun endlich freie Kapazietaeten haette. Wiebitte? Die Operation sollte bis spaehtestens morgen erledigt sein, so war das abgesprochen. Also nein bis morgen wird das nichts, schallte es mir entgegen. Wir hoehren mal fuer wann das diese Woche geplant ist.
Ja das moechte ich auch gern wissen. Allerdings fuehlte ich mich da schon ein wenig mehr als nur veraeppelt.
Am Nachmittag kahm dann der Termin. Eigentlich war es gar keiner, da nur von der Moeglichkeit die bestehen wuerde das diese Woche operiert wird, gesprochen wurde. Nach einen kurzen Wortgefecht das ich mich doch nun sehr verar... fuehlen wuerde war das Gespraech schnell beendet.
Bilder aus Norwegen: https://www.flickr.com/photos/138209459@N04/albums
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der westfale
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Re: 4 Wochen, ein Tag und noch etwas Nachschlag
Teil 5
Nachdem die Aerztin ging musste ich nun etwas unternehmen. Zu sehr war ich der Sache ausgeliefert, letzlich dem Gutduenken anderer. Das wollte ich nicht mehr, ich wollte wieder das Heft in die eigene Hand nehmen. Ich wollte wieder ueber mich selber bestimmen und nicht fremdbestimmt werden.
Zuerst, was war das Problem. Ich war zu krank um zu Hause auf die Op zu warten, aber zu Gesund um priorietert zu sein.
Also spielte ich einige Optionen durch. Krankenhauswechsel. Kann man machen, steh dann aber dort wieder in der Warteschleife und wuerd die Sache nicht unbedinngt verkuerzen. Allerdings weiss ich auch nicht wie lange man hier mit mir weiterhin spielt. Es musste ja immer ein Techniker und der Spezialiest vor Ort sein. Eine recht labile Konstulation.
So entsann ich einen recht verwegenden Plan. Mein Zustand musste sich verschlechtern um in der Liste hochzurutschen. Etwas was man sich eigentlich nicht wuenscht. Wie, war auch schnell entsonnen.
Abends als der Blutdruck gemessen werden sollte, was Grundvoraussetzung fuer die Medikamentengabe war, verweigerte ich dies. Auch ein zweiter Versuch an dem Abend verweigerte ich, trotz der moeglichen Gefahren die mir noch einmal eindringlich erklaert wuden.
In der Nacht merkte ich das sich schon etwas tat. Ueblicherweise kahm die Nachtwache rund alle 2 Std. ins Zimmer um nach den rechten zu schauen, aufgrund meines Schnarchers wusste ich darum bestens bescheid. In dieser Nacht war es alle 30min. Klar tat mir die Schwester leid, aber ich hatte nun wieder mein Leben in meiner eigenen Hand. Das war ein gutes Gefuehl.
Am draufolgenden Morgen verweigerte ich als naechstes die Blutabnahme. Holla da war aber auf einmal Vollalarm an meinen Krankenbett. Zwei Pfleger suchten das Gespraech, was mich denn dazu bewegen koennte wieder "mitzuspielen".
Nach einigen recht deutlichen Worten Richtung des Systems, gegen die Pfleger waere absolut falsch gewesen, wollte man sich fuer eine schnellstmoegliche Op einsetzen. Aber ich sollte doch bitte unbedingt wieder meine Medezin einnnehmen.
Wie sich das aber fuer einen ordentlichen Protest gehoehrte zickte ich noch ein wenig rum, um sie verspaehtet dann doch einzunehmen. Zu sehr wollte ich da mit meinen Schicksal auch nicht spielen.
Am Nachmittag hatte ich meinen Op Termin. Donnerstagmorgen sollte es losgehen. Dennoch war ich erst einmal vorsichtig und setzt nicht zu sehr auf den Termin.
Fortsetzung folgt:
Nachdem die Aerztin ging musste ich nun etwas unternehmen. Zu sehr war ich der Sache ausgeliefert, letzlich dem Gutduenken anderer. Das wollte ich nicht mehr, ich wollte wieder das Heft in die eigene Hand nehmen. Ich wollte wieder ueber mich selber bestimmen und nicht fremdbestimmt werden.
Zuerst, was war das Problem. Ich war zu krank um zu Hause auf die Op zu warten, aber zu Gesund um priorietert zu sein.
Also spielte ich einige Optionen durch. Krankenhauswechsel. Kann man machen, steh dann aber dort wieder in der Warteschleife und wuerd die Sache nicht unbedinngt verkuerzen. Allerdings weiss ich auch nicht wie lange man hier mit mir weiterhin spielt. Es musste ja immer ein Techniker und der Spezialiest vor Ort sein. Eine recht labile Konstulation.
So entsann ich einen recht verwegenden Plan. Mein Zustand musste sich verschlechtern um in der Liste hochzurutschen. Etwas was man sich eigentlich nicht wuenscht. Wie, war auch schnell entsonnen.
Abends als der Blutdruck gemessen werden sollte, was Grundvoraussetzung fuer die Medikamentengabe war, verweigerte ich dies. Auch ein zweiter Versuch an dem Abend verweigerte ich, trotz der moeglichen Gefahren die mir noch einmal eindringlich erklaert wuden.
In der Nacht merkte ich das sich schon etwas tat. Ueblicherweise kahm die Nachtwache rund alle 2 Std. ins Zimmer um nach den rechten zu schauen, aufgrund meines Schnarchers wusste ich darum bestens bescheid. In dieser Nacht war es alle 30min. Klar tat mir die Schwester leid, aber ich hatte nun wieder mein Leben in meiner eigenen Hand. Das war ein gutes Gefuehl.
Am draufolgenden Morgen verweigerte ich als naechstes die Blutabnahme. Holla da war aber auf einmal Vollalarm an meinen Krankenbett. Zwei Pfleger suchten das Gespraech, was mich denn dazu bewegen koennte wieder "mitzuspielen".
Nach einigen recht deutlichen Worten Richtung des Systems, gegen die Pfleger waere absolut falsch gewesen, wollte man sich fuer eine schnellstmoegliche Op einsetzen. Aber ich sollte doch bitte unbedingt wieder meine Medezin einnnehmen.
Wie sich das aber fuer einen ordentlichen Protest gehoehrte zickte ich noch ein wenig rum, um sie verspaehtet dann doch einzunehmen. Zu sehr wollte ich da mit meinen Schicksal auch nicht spielen.
Am Nachmittag hatte ich meinen Op Termin. Donnerstagmorgen sollte es losgehen. Dennoch war ich erst einmal vorsichtig und setzt nicht zu sehr auf den Termin.
Fortsetzung folgt:
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Re: 4 Wochen, ein Tag und noch etwas Nachschlag
Bin gespannt ob es dabei geblieben ist 
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der westfale
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Re: 4 Wochen, ein Tag und noch etwas Nachschlag
Teil 6
Es geht wirklich los.
Mitwochnachmittag wurden erste Vorbereitungen getroffen. Aus Hygenegrunden wurde das Bett mehrfach bezogen. Zwiebellock halt. Das laesst schonmal etwas mehr hoffen.
Abends musst ich mich dann mit einer Desinfektionsseife waschen und das Bett wurd das erstemal abgezogen. Donnerstagmorgen, heute waren es genau 4 Wochen das ich ins Krankenhaus kahm, die selbe Prozedur nochmal.
Um halb neun ging es dann los. Ich kahm in den OP und wurde fuer die Operation vorbereitet. Alles ganz profizieonell, sehr ruig, aber saukalt war es da. Da nuetzten nicht mal diese OP Socken.
Um ruiger zu werden gab es dann erst einmal Morfin. Man verliert dadurch voellig das Zeitgefuehl, leider aber nicht das Schmerzgefuehl. Die waren spaehtesten in den Augenblick zurueck als man fuer den Schrittmacher eine Tasche in meinen Brustmuskel, ich sag mal formen, musste.
3 Std. spaehter war ich fertig und kahm zurueck auf mein Zimmer. Ich durfte weitere 3 Std. nicht aufstehen, freute mich aber das die OP endlich erledigt war und es nun absehbar war das es nach Hause gehen konnte. Vielleicht sogar schon morgen.
Freitag wurde das Ergebnis erst einmal von den Aerzten ausgiebig untersucht. Noch einige Feineinstellungen am Schrittmacher und ploetzlich hiess es: ja alles gut, kannst nach Hause gehen. Gott sei dank, dachte ich nur, jeder Gefaengnisinsasse hatte wenigsten das Rechte auf eine Stunde freigang ausserhalb, ich hatte hier ueber 4 Wochen foermlich eingesperrt ohne Ausgang auf der Abteilung festgessen. Das ist nun endlich vorbei.
Am Nachmittag hohlte mich meine Frau ab und es ging Heim.
Am Samstag wollte ich sehen wie belastbar ich bin und machte mich auf zu einer kleinen Tour zum Haussee. Alles in Rahmen meiner Moeglichkeiten und auf aerztlicher Anweisung. Dannach noch eine wenig Ohrenpflege auf dem Sofa. Man muss ja nicht sofort voll durchstarten.
Irgendwann merkte ich dann aber das der Bereich um die Wunde anfing anzuschwellen. Ne das darf doch wohl nicht wahr sein. Eigentlich sollte ich bei einen solchen Fall wieder zurueck ins Krankenhaus. Das wollte ich aber so ueberhaupt nicht. Also hiess es abwarten. Vielleicht gibt sich die Sache.
Natuerlich gab sich gar nichts. Es wurde nur noch schlimmer und nachts um 3 Uhr fuehlte es sich an als wenn die Naht jederzeit von innen aufreissen koennte.
Nuh stand ich da mit meinen kurzen Hoeschen. Meine Frau konnte mich nicht ins Krankenhaus bringen, wir konnten die Kinder ja schliesslich nicht allein lassen. Ich selber wollte auch nicht fahren. Also Rettungswagen. Da hatte ich aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
Fortsetzung folgt
Es geht wirklich los.
Mitwochnachmittag wurden erste Vorbereitungen getroffen. Aus Hygenegrunden wurde das Bett mehrfach bezogen. Zwiebellock halt. Das laesst schonmal etwas mehr hoffen.
Abends musst ich mich dann mit einer Desinfektionsseife waschen und das Bett wurd das erstemal abgezogen. Donnerstagmorgen, heute waren es genau 4 Wochen das ich ins Krankenhaus kahm, die selbe Prozedur nochmal.
Um halb neun ging es dann los. Ich kahm in den OP und wurde fuer die Operation vorbereitet. Alles ganz profizieonell, sehr ruig, aber saukalt war es da. Da nuetzten nicht mal diese OP Socken.
Um ruiger zu werden gab es dann erst einmal Morfin. Man verliert dadurch voellig das Zeitgefuehl, leider aber nicht das Schmerzgefuehl. Die waren spaehtesten in den Augenblick zurueck als man fuer den Schrittmacher eine Tasche in meinen Brustmuskel, ich sag mal formen, musste.
3 Std. spaehter war ich fertig und kahm zurueck auf mein Zimmer. Ich durfte weitere 3 Std. nicht aufstehen, freute mich aber das die OP endlich erledigt war und es nun absehbar war das es nach Hause gehen konnte. Vielleicht sogar schon morgen.
Freitag wurde das Ergebnis erst einmal von den Aerzten ausgiebig untersucht. Noch einige Feineinstellungen am Schrittmacher und ploetzlich hiess es: ja alles gut, kannst nach Hause gehen. Gott sei dank, dachte ich nur, jeder Gefaengnisinsasse hatte wenigsten das Rechte auf eine Stunde freigang ausserhalb, ich hatte hier ueber 4 Wochen foermlich eingesperrt ohne Ausgang auf der Abteilung festgessen. Das ist nun endlich vorbei.
Am Nachmittag hohlte mich meine Frau ab und es ging Heim.
Am Samstag wollte ich sehen wie belastbar ich bin und machte mich auf zu einer kleinen Tour zum Haussee. Alles in Rahmen meiner Moeglichkeiten und auf aerztlicher Anweisung. Dannach noch eine wenig Ohrenpflege auf dem Sofa. Man muss ja nicht sofort voll durchstarten.
Irgendwann merkte ich dann aber das der Bereich um die Wunde anfing anzuschwellen. Ne das darf doch wohl nicht wahr sein. Eigentlich sollte ich bei einen solchen Fall wieder zurueck ins Krankenhaus. Das wollte ich aber so ueberhaupt nicht. Also hiess es abwarten. Vielleicht gibt sich die Sache.
Natuerlich gab sich gar nichts. Es wurde nur noch schlimmer und nachts um 3 Uhr fuehlte es sich an als wenn die Naht jederzeit von innen aufreissen koennte.
Nuh stand ich da mit meinen kurzen Hoeschen. Meine Frau konnte mich nicht ins Krankenhaus bringen, wir konnten die Kinder ja schliesslich nicht allein lassen. Ich selber wollte auch nicht fahren. Also Rettungswagen. Da hatte ich aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
Fortsetzung folgt
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Re: 4 Wochen, ein Tag und noch etwas Nachschlag
Oh Mann, auch das noch. Wieder geht es nicht glatt. Wenn es nicht bittere Realität wäre könnte man meinen, Du bist unter die Schriftsteller für Spannungsliteratur gegangen. Sowas gibt es im echten Leben doch garnicht.
Alles Gute auch für Deine Frau und Deine Kinder. Der "Krimi" ist sicher auch an ihnen nicht spurlos vorbei gegangen.
Grüße Gudrun
Alles Gute auch für Deine Frau und Deine Kinder. Der "Krimi" ist sicher auch an ihnen nicht spurlos vorbei gegangen.
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der westfale
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Re: 4 Wochen, ein Tag und noch etwas Nachschlag
Hei GudrunGudrun hat geschrieben:Oh Mann, auch das noch. Wieder geht es nicht glatt. Wenn es nicht bittere Realität wäre könnte man meinen, Du bist unter die Schriftsteller für Spannungsliteratur gegangen. Sowas gibt es im echten Leben doch garnicht.
Alles Gute auch für Deine Frau und Deine Kinder. Der "Krimi" ist sicher auch an ihnen nicht spurlos vorbei gegangen.
Grüße Gudrun
Nein leider ist das das Leben. Gern wuerd ich schreiben, tada ist alles nur eine Geschichte, dann waere dieser anfaengliche Alptraum wenigstens nicht realitaet.
Meiner Frau und den Kinder geht es mitlerweile besser. Aber ja, alle haben gelitten.
Gruss Mark
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Re: 4 Wochen, ein Tag und noch etwas Nachschlag
Hallo Mark,
Grüße Gudrun
Das war mehr rhetorisch. Ich denke, Du weißt, dass ich Deinen Bericht nicht anzweifle.Gudrun hat geschrieben:Sowas gibt es im echten Leben doch garnicht.
Dass lässt darauf hoffen, dass es auch Dir mittlerweile wieder etwas besser geht. Wie sagt man so: "Den Umständen entsprechend."der westfale hat geschrieben:Meiner Frau und den Kinder geht es mitlerweile besser. Aber ja, alle haben gelitten.
Grüße Gudrun
Re: 4 Wochen, ein Tag und noch etwas Nachschlag
Man man...immer noch kein Ende in Sicht....ein echtes Drama.
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der westfale
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Re: 4 Wochen, ein Tag und noch etwas Nachschlag
Hallo GudrunGudrun hat geschrieben:Hallo Mark,
Das war mehr rhetorisch. Ich denke, Du weißt, dass ich Deinen Bericht nicht anzweifle.Gudrun hat geschrieben:Sowas gibt es im echten Leben doch garnicht.
Grüße Gudrun
Ja ich hatte dich schon verstanden. Bin also nicht boese
Gruss Mark
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Re: 4 Wochen, ein Tag und noch etwas Nachschlag
Nee, das hab ich auch nie gedacht. Genug der Missverständnisse.der westfale hat geschrieben:Bin also nicht boese![]()
Sag endlich, wie es Dir geht!!!
Grüße Gudrun
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der westfale
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Re: 4 Wochen, ein Tag und noch etwas Nachschlag
Teil 7
Ich glaubs nicht!
In der Nacht schwoll die Wunde sehr stark an. An flach liegen und schlafen war nicht zu denken. Also entschieden wir uns um 3 Uhr den Rettungswagen zu rufen.
Meine Frau uebernahm das und musste sich erst einmal in Geduld ueben. Zuerst, was ist los, dann man muesse das mit einen Arzt abklaeren. Nach einiger Zeit der Rueckruf. Nein fuer so eine Sache kommt kein Rettungswagen raus. Beklage.
Ich glaub es nicht. Meine Brust fuehlte sich an, als ob da etwas nach aussen dringen wollte. Angeschwollen das selbst Arnold Schwarzenegger blass vor Neid wuerde.
Da standen wir dann. Dumm nur das wir ehrlich erzaehlten was war. Haetten wir von Brustschmerzen und Atemnot erzaehlt, waer das alles kein Problem gewesen. So hies es also warten und bangen bis wir frueh morgens losfahren konnten.
Die Kinder sind wenigstens keine Langschlaefer. Vorher noch Kontakt mit dem Krankenhaus aufgenommen. Ja, hies es, sofort kommen. Wir waren schon ein gutes Stueck unterwegs, da bekahmen wir einen Anruf vom behandelnen Arzt, ob er ein Krankenwagen schicken sollte. Besser waer das. Ich lass das jetzt mal einfach unkommentiert.
Im Krankenhaus genuegte ein Blick und meine Einlieferung auf unbestimmte Zeit war klar. Zu gross war die Gefahr das es zu einer Infektion kommen koennte. Die Einblutung hatte allerdings mitlerweile auch gestopt. Wahrscheinlich weil der Druck so hoch war das sie sich selber abdrueckte.
Abends sollte dann Fieber gemessen werden. Klar um zu sehen ob es zu einer Infektion gekommen ist. Ich verstand nur nicht so recht weshalb das Fiebertermometer in zwei kleinen Plastiktuetchen gesteckt war und so mir gereicht wurde.
Ok. Was solls, Hygaene halt. Also ab unter dem Arm damit. Nein da wird nicht Fieber gemessen, hies es. Aha wo denn sonst, fragte ich. Es waere nur rektal erlaubt, kahm zurueck. Bei Bedarf gibs auch Vaseline. Oh sagte ich, nein da ist es definitiv bei mir nicht erlaubt. Das erklaerte aber zumindest die beiden Tueten.
Wir einigten uns dann auf das Messen unterm Arm.
Nach einigen Schmerzvollen Tagen lies die Schwellung nach, so dass man mich am Freitag uebers Wochenend nach Hause schickte. Zu einer Infektion ist es Gott sei dank nicht gekommen. Allerdings zu einen riesigen blauen Fleck, der meine Brust grossflaechig zierte.
Am Sonntagabend musste ich dann zurueck ins Krankenhaus. Ich stellte mich auf weitere Tage des fiebermessens und beobachten ein.
Und dann die Ueberraschung. Am Montagmittag hies es auf einmal, alle Werte sind gut, die Untersuchungen ergaben nichts extra ausser das Bekannte, weiterhin gute Besserung, kannst nach Hause gehen.
Als ich ins Krankenhaus eingeliefert wurde, hatte ich nur noch eine Herzpumpleistung von 9%, ueblich sind rund 60%, eine vergroesserte linke Herzkammer ueber 60%, wodurch die Herzklappe nicht ganz korekt abdichtete. Als weiteres schlugen die rechte und die linke Herzkammer in unterschiedlichen Takt. Sollst geben ist aber nicht in Ordnung.
Als Therapie wurde dann der Herzschrittmacher ersonnen, der zum einen die beiden Kammern wieder in gleichklang bringen sollte, sowie einen stolperer ausgleichen und einen Stillstand per Stromschlag wieder in Gang bringen sollte.
Mitlerweile habe ich wieder 20% meiner Pumpleistung zurueck, auch fuehle ich mich auch wieder gut. Da an meinen Herz keine Region abgestorben ist, sonder nur sehr stark gedehnt, kann mit viel Zeit, es zu einer recht guten Genesung kommen und das sich das Herz wieder in die Ausgangsgroesse zurueckbildet.
Das sind mitlerweile weitaus bessere Aussichten, als noch ganz am Anfang, wo von einer Transplantantion gesprochen wurde.
Mal sehen wie es weitergeht.
Gruss Mark
Ich glaubs nicht!
In der Nacht schwoll die Wunde sehr stark an. An flach liegen und schlafen war nicht zu denken. Also entschieden wir uns um 3 Uhr den Rettungswagen zu rufen.
Meine Frau uebernahm das und musste sich erst einmal in Geduld ueben. Zuerst, was ist los, dann man muesse das mit einen Arzt abklaeren. Nach einiger Zeit der Rueckruf. Nein fuer so eine Sache kommt kein Rettungswagen raus. Beklage.
Ich glaub es nicht. Meine Brust fuehlte sich an, als ob da etwas nach aussen dringen wollte. Angeschwollen das selbst Arnold Schwarzenegger blass vor Neid wuerde.
Da standen wir dann. Dumm nur das wir ehrlich erzaehlten was war. Haetten wir von Brustschmerzen und Atemnot erzaehlt, waer das alles kein Problem gewesen. So hies es also warten und bangen bis wir frueh morgens losfahren konnten.
Die Kinder sind wenigstens keine Langschlaefer. Vorher noch Kontakt mit dem Krankenhaus aufgenommen. Ja, hies es, sofort kommen. Wir waren schon ein gutes Stueck unterwegs, da bekahmen wir einen Anruf vom behandelnen Arzt, ob er ein Krankenwagen schicken sollte. Besser waer das. Ich lass das jetzt mal einfach unkommentiert.
Im Krankenhaus genuegte ein Blick und meine Einlieferung auf unbestimmte Zeit war klar. Zu gross war die Gefahr das es zu einer Infektion kommen koennte. Die Einblutung hatte allerdings mitlerweile auch gestopt. Wahrscheinlich weil der Druck so hoch war das sie sich selber abdrueckte.
Abends sollte dann Fieber gemessen werden. Klar um zu sehen ob es zu einer Infektion gekommen ist. Ich verstand nur nicht so recht weshalb das Fiebertermometer in zwei kleinen Plastiktuetchen gesteckt war und so mir gereicht wurde.
Ok. Was solls, Hygaene halt. Also ab unter dem Arm damit. Nein da wird nicht Fieber gemessen, hies es. Aha wo denn sonst, fragte ich. Es waere nur rektal erlaubt, kahm zurueck. Bei Bedarf gibs auch Vaseline. Oh sagte ich, nein da ist es definitiv bei mir nicht erlaubt. Das erklaerte aber zumindest die beiden Tueten.
Wir einigten uns dann auf das Messen unterm Arm.
Nach einigen Schmerzvollen Tagen lies die Schwellung nach, so dass man mich am Freitag uebers Wochenend nach Hause schickte. Zu einer Infektion ist es Gott sei dank nicht gekommen. Allerdings zu einen riesigen blauen Fleck, der meine Brust grossflaechig zierte.
Am Sonntagabend musste ich dann zurueck ins Krankenhaus. Ich stellte mich auf weitere Tage des fiebermessens und beobachten ein.
Und dann die Ueberraschung. Am Montagmittag hies es auf einmal, alle Werte sind gut, die Untersuchungen ergaben nichts extra ausser das Bekannte, weiterhin gute Besserung, kannst nach Hause gehen.
Als ich ins Krankenhaus eingeliefert wurde, hatte ich nur noch eine Herzpumpleistung von 9%, ueblich sind rund 60%, eine vergroesserte linke Herzkammer ueber 60%, wodurch die Herzklappe nicht ganz korekt abdichtete. Als weiteres schlugen die rechte und die linke Herzkammer in unterschiedlichen Takt. Sollst geben ist aber nicht in Ordnung.
Als Therapie wurde dann der Herzschrittmacher ersonnen, der zum einen die beiden Kammern wieder in gleichklang bringen sollte, sowie einen stolperer ausgleichen und einen Stillstand per Stromschlag wieder in Gang bringen sollte.
Mitlerweile habe ich wieder 20% meiner Pumpleistung zurueck, auch fuehle ich mich auch wieder gut. Da an meinen Herz keine Region abgestorben ist, sonder nur sehr stark gedehnt, kann mit viel Zeit, es zu einer recht guten Genesung kommen und das sich das Herz wieder in die Ausgangsgroesse zurueckbildet.
Das sind mitlerweile weitaus bessere Aussichten, als noch ganz am Anfang, wo von einer Transplantantion gesprochen wurde.
Mal sehen wie es weitergeht.
Gruss Mark
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Re: 4 Wochen, ein Tag und noch etwas Nachschlag
Nun ist es ja noch ganz gut ausgegangen, aber ich bin mir sicher das du in D schneller die passende OP bekommen hättest.
Auch die Sache mit dem Rettungswagen gibt mir zu denken, hier wird er für alle Kleinigkeiten angefordert und auch ausgenutzt was ich allerdings nicht gut finde.
Auch die Sache mit dem Rettungswagen gibt mir zu denken, hier wird er für alle Kleinigkeiten angefordert und auch ausgenutzt was ich allerdings nicht gut finde.
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Karsten
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Re: 4 Wochen, ein Tag und noch etwas Nachschlag
Vielen Dank, Mark, für die mutige und schonungslos offene Schilderung deiner Odyssee!
So kritisch und tragisch für dich dein Leidensweg durch das norwegische "Gesundheitssystem" auch war (oder noch ist), so eindrucksvoll zeigen die Schilderungen doch, wie desolat, unorganisiert und katastrophal schlecht dieses System in Wirklichkeit ist.
Bislang war ich davon ausgegangen, dass dies vornehmlich bei nicht akut lebensbedrohlichen Krankheiten zutrifft, aber dass selbst bei akuten Herzproblemen hier keine wirksamen Mechanismen greifen, ist noch viel erschreckender.
Mit deinem Bericht hast du das System hier nackig ausgezogen!
Man liest ab und zu Geschichten in den Medien, die man eigentlich nicht glauben möchte, zu surreal erscheinen sie. Aber nein, sie beschreiben oft den wahren Ist-Zustand. Eine absolute Schande für eines der reichsten Länder der Erde.
Und auch wenn es bei mir (vermutlich) noch keine lebensbedrohliche Situation war, die wohl nicht nur mich hier ab und zu verzweifeln lässt, so erkenne ich viele viele Parallelen zu sowohl meiner als auch den Krankengeschichten anderer in meinem Bekanntenkreis.
Mal wird hier ein Krankenwagen abgeschafft, dann dort die Kinderklinik geschlossen aufgrund Patientenmangel (Hallo?!). Und warum das alles? Kostenoptimierung. Da kriegst du echt Plaque hier oben.
Wartezeiten von teilweise über einem Jahr für eine dann 5-minütige Konsultation, die im Verschreiben einer Salbe endet. Selbst erlebt. Ohne Worte!
Norwegen sitzt auf über sieben Billionen Kronen im Oljefond (Stand heute). Und es bleibt weiter darauf sitzen, solange, bis das Geld schimmelig, verrottet oder eben nichts mehr wert ist. Bloß nicht kleine Teile davon sinnvoll in die Infrastruktur investieren. Nein, weiter darauf sitzenbleiben, für die Nachfolgenerationen. Schlimm, dass niemand in der Lage zu sein scheint, den Verantwortlichen mal zu erklären, dass sinnvolle und nachhaltige Investitionen heute durchaus auch für unsere Nachfahren von Nutzen sein können.
Dir, Mark, alles erdenklich Gute, gute Besserung und schnelle Genesung! Danke nochmal für deine offenen Berichte!
So kritisch und tragisch für dich dein Leidensweg durch das norwegische "Gesundheitssystem" auch war (oder noch ist), so eindrucksvoll zeigen die Schilderungen doch, wie desolat, unorganisiert und katastrophal schlecht dieses System in Wirklichkeit ist.
Bislang war ich davon ausgegangen, dass dies vornehmlich bei nicht akut lebensbedrohlichen Krankheiten zutrifft, aber dass selbst bei akuten Herzproblemen hier keine wirksamen Mechanismen greifen, ist noch viel erschreckender.
Mit deinem Bericht hast du das System hier nackig ausgezogen!
Man liest ab und zu Geschichten in den Medien, die man eigentlich nicht glauben möchte, zu surreal erscheinen sie. Aber nein, sie beschreiben oft den wahren Ist-Zustand. Eine absolute Schande für eines der reichsten Länder der Erde.
Und auch wenn es bei mir (vermutlich) noch keine lebensbedrohliche Situation war, die wohl nicht nur mich hier ab und zu verzweifeln lässt, so erkenne ich viele viele Parallelen zu sowohl meiner als auch den Krankengeschichten anderer in meinem Bekanntenkreis.
Mal wird hier ein Krankenwagen abgeschafft, dann dort die Kinderklinik geschlossen aufgrund Patientenmangel (Hallo?!). Und warum das alles? Kostenoptimierung. Da kriegst du echt Plaque hier oben.
Wartezeiten von teilweise über einem Jahr für eine dann 5-minütige Konsultation, die im Verschreiben einer Salbe endet. Selbst erlebt. Ohne Worte!
Norwegen sitzt auf über sieben Billionen Kronen im Oljefond (Stand heute). Und es bleibt weiter darauf sitzen, solange, bis das Geld schimmelig, verrottet oder eben nichts mehr wert ist. Bloß nicht kleine Teile davon sinnvoll in die Infrastruktur investieren. Nein, weiter darauf sitzenbleiben, für die Nachfolgenerationen. Schlimm, dass niemand in der Lage zu sein scheint, den Verantwortlichen mal zu erklären, dass sinnvolle und nachhaltige Investitionen heute durchaus auch für unsere Nachfahren von Nutzen sein können.
Dir, Mark, alles erdenklich Gute, gute Besserung und schnelle Genesung! Danke nochmal für deine offenen Berichte!

Ruut-wieß kritt mer ahnjeboore, en die Weech erinnjelaat,
wer en dä Südkurv opjewaaße, dä blieht ruut-wieß bess en et Jraav.
Re: 4 Wochen, ein Tag und noch etwas Nachschlag
Dem schließe ich mich an.Karsten hat geschrieben:Dir, Mark, alles erdenklich Gute, gute Besserung und schnelle Genesung! Danke nochmal für deine offenen Berichte!
Grüße Gudrun