Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Arbeiten, Formalitäten, Wohnen, Studieren, Au-pair, Schüler-/Studentenaustausch, Praktika. Wir sind keine Jobbörse!
Beaubacy
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 223
Registriert: Sa, 28. Mär 2009, 12:17
Wohnort: jetzt Norge (Geilo)

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von Beaubacy »

@biabir

Es ist richtig, dass manche zu blauäugig an die Sache ran gehn. Aber meine Eltern sollten mich da doch eigentlich kennen und mir auch da vertrauen. Habe alles, was ich mir in meinen Leben in den Kopf gesetzt habe, auch geschafft/gemeistert. Klar kann mal was schief gehn aber das gehört dazu. Deswegen verstehe ich nicht, dass sie so dagegen sind. Es ärgert mich. Ich bin nicht jemand der aus Jux irgendwas macht. Bei mir hat alles Hand und Fuß. Ich bin jemand, der sich manchmal zu viel Sorgen und Gedanken macht. Ich würde mir einfach wünschen, dass sie mehr hinter mir stehen und mich bei bei meiner Entscheidung unterstützen.

@fjellnorge

Ja das sind zwei tolle Hunde. Möchte sie nicht mehr missen.Takk!

Gruß Anja
Liebe Grüße Anja und Sebastian + 8 Pfoten
biabir
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 140
Registriert: Mi, 02. Apr 2008, 9:46

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von biabir »

@ beaubacy,

oh, sorry ich habe nicht dich direkt gemeint. Ich meinte eigentlich immer diese Leute, die immer mal wieder im Fernsehen auftauchen und ohne die Sprache zu lernen, ohne einen Job in ein völliges fremdes Land gehen, vielleicht dieses Land nur von Bildern kennen. Und dann sich noch aufregen, "Ja, hier kümmert sich ja keiner um mich und keiner hilft mir!" :spinner: Aber das ist wieder ein anderes Thema.

So wie es bei dir klingt, würde ich mal sagen du hast einen plan und der will nun unbedingt umgesetzt werden und es macht dich unendlich wütend/traurig das deine Eltern nicht hinter stehen, so wie es sich eigentlich für eltern gehört. Zieh deinen/euren Plan durch und macht das was euch gut tut. Glaub mir wenn deine Eltern dich nur ein bissel gern haben, werden sie damit leben können und vielleicht öfters zu Besuch kommen als dir lieb ist. :wink:

LG biabir
Beaubacy
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 223
Registriert: Sa, 28. Mär 2009, 12:17
Wohnort: jetzt Norge (Geilo)

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von Beaubacy »

@biabir

Hab mich auch nicht angesprochen gefühlt. Es ist richtig, dass sehr viele blauäugig an die Sache ran gehn.
Und manche noch nicht mal in dem Land waren. Ja manche sind echt :kopfmauer: Aber richtig, dass ist ein anderes Thema. Ich/wir werden unser Ding durchziehen.

LG Anja
Liebe Grüße Anja und Sebastian + 8 Pfoten
Hubi59
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 2853
Registriert: Mo, 29. Dez 2008, 17:36

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von Hubi59 »

Bei mir war es eigentlich wie schon bei vielen anderen, auch meine Verwandten und auch viele Freunde sagten "du bist doch irre, du als Mann willst mit zwei kleinen Kindern auswandern", keiner wollte mir glauben und erst recht nicht helfen. Dabei war das Auswandern für mich die einzige Chance den Abwärtstrend in meinem Leben zum stehen zu bringen. 2004 Frau gest. (ich allein mit Kindern und Firma) 2006 Firma geschlossen (andauernde Überbelastung, halben Herzinfarkt) danach wurde ich in D nicht mehr gebraucht, keine Arbeit.
Meine lieben Verwandten wollten unbedingt das ich mir das HarzIV Geld abhole.
Heute sagen sie nur noch das es richtig war was ich gemacht habe und alle kommen zu Besuch nach Norge.
Ich verzeihe ihnen, denn aus ihrer Sicht kann ich sie gut verstehen und ihre Bedenken nachvollziehen, aber ihre Ratschläge hätten mich nur in die Armut getrieben.
War ein megaschwerer Anfang in Norge, aber heute ist alles Super

Gruss Hubi
Tyskland liker vi, men kun for Norge slår våre hjerter
biabir
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 140
Registriert: Mi, 02. Apr 2008, 9:46

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von biabir »

@ hubi59

Respekt! Und deine 2 Mädels scheinen sich auch sehr wohl zu fühlen und das ist die Hauptsache. Du kannst echt stolz sein auf dich und die 2 "Fisch-Checker" :wink:

LG biabir
Schnettel
NF-Mitglied
NF-Mitglied
Beiträge: 4937
Registriert: Sa, 05. Jul 2003, 15:41
Wohnort: Rognan - 67 grader nord
Kontaktdaten:

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von Schnettel »

Helt enig med biabir...
:super:

Ich hab damals versucht, die Meinungen der anderen mir zwar anzuhøren, aber mich davon nicht zu sehr beeinflussen zu lassen - weder in die eine noch in die andere Richtung. Bei mir hat auch kaum jemand versucht, wirklich reinzureden. Verwandtschaft sowieso nicht, da meine Verwandtschaft seeeeehr uebersichtlich ist... Nur manche Bekannte konnten es nicht nachvollziehen, dass ich meinen tollen Job aufgebe, um in Norwegen erstmal putzen zu gehen. Aber im Grunde konnte jeder, der die Hintergruende kannte, mich dann doch sehr gut verstehen...
Manchmal kam so'n Spruch wie "Was willst du denn in Norwegen? Da ist es doch kalt und dunkel..." Ueber sowas hab ich nur geschmunzelt...
Aber egal, wie Verwandte/ Bekannte reagieren - man muss an sich selber glauben, sonst wird das nix.
Die Eigenmotivation ist eine extrem wirksame Triebkraft...

Respekt, Hubi!
Ich als alenemamma kann mir vorstellen, wie's dir ging/geht - allein mit Kindern in einem anderen Land.

Was bei mir ein grosser Lernprozess war, aber unumgænglich: andere um Hilfe zu bitten. Ich bin immer da, wenn andere mich um etwas bitten und kann selbst auch nie "nein" sagen. Doch selbst um Hilfe zu fragen, damit hatte ich lange Zeit ein grosses Problem (man will ja niemandem zur Last fallen). Aber hier geht das ja gar nicht anders, wenn man keine Eltern/Verwandte/Freunde hat, die einem bei allem Møglichen unter die Arme greifen kønnen. Sei es sowas simples wie ne alte Waschmaschine zum Schrottplatz bringen, oder dass der Luette mal woanders uebernachten kann, wenn ich beruflich ueber Nacht mal weg bin, man mit Fieber flach liegt aber eigentlich die Reifen wechseln muesste, oder oder.
Was mich auch immer wieder beschæftigt: Was, wenn mir mal was passiert und ich fuer længer ins Krankenhaus muss. In einem familiæren Netzwerk braucht man sich ueber sowas keine grossen Gedanken machen - da ist immer jemand da.
Und hier in Norwegen war es nun an allen 3 Orten, wo wir wohnten so, dass wir egal, um was es ging, immer Unterstuetzung erfahren haben.
Ich wuerde nun nicht unbedingt sagen, ich habe hier Freunde (wenn es darum geht, irgendwas zu bequatschen, sich auszuheulen oder so, ruf ich immer noch ne Freundin in D an...) - aber doch seeehr gute Bekannte, Nachbarn, Arbeits- und Vereinskollegen, die immer einspringen wuerden, wenn's klemmt.

Wie fjellnorge schon schreibt, sind sicher manche Eltern wirklich ueberfordert, wenn sie mit einer solchen Entscheidung konfrontiert werden. Und sie brauchen auch Zeit, das gedanklich und emotional zu verarbeiten. Genauso, wie man ja selbst auch Zeit gebraucht hat, um selber die Entscheidung zu treffen.
Aber fuer solche Drohungen "wir werden euch nicht besuchen" oder Vorwuerfe "ihr kønnt uns doch die Enkel nicht weg nehmen" hab ich kein Verstændnis.

Lasst euch nicht kirre machen von Leuten, die alles nur schlecht reden...
Und denkt daran: Auch aus den Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man was schønes bauen!
Når livet gir deg sitroner - be om Tequila og salt!
Beaubacy
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 223
Registriert: Sa, 28. Mär 2009, 12:17
Wohnort: jetzt Norge (Geilo)

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von Beaubacy »

@ hubi59

Wirklich mutig, alleine mit zwei Kindern in ein anderes Land zu gehen. Du kannst stolz auf dich sein. :super:
Vor allem nach solchen Niederlagen nochmal seine Restreserven (an Lebensmut und Motivation...) herauszuholen und diesen grossen Schritt zu tun. Ich finds supi!!!!!!
Schnettel hat geschrieben:.....Aber egal, wie Verwandte/ Bekannte reagieren - man muss an sich selber glauben, sonst wird das nix. Die Eigenmotivation ist eine extrem wirksame Triebkraft...
Genau an sich selber glauben, dass ist das Richtige. Hætte ich das in meinen Leben gemacht, was andere von mir wollen, dann hætte ich wahrscheinlich garnix auf die Beine gestellt. Wuerde noch bei meinen Eltern wohnen (vielleicht nicht mehr bei ihnen zu Hause aber im gleichen Ort). Heute wohne ich 400 km von ihnen entfernt und das ist manchmal auch gut so :wink: Ich hætte nicht zwei wunderbare Hunde (das fanden sie auch doof, machen viel Arbeit etc..aber ich liebe sie und vor allem die Arbeit mit ihnen!). Tja und so wird es mir auch mit Norge sein. Es wird ein sehr harter Weg aber wenn es klappt und gut læuft, dann bin ich sehr stolz auf mich und meine Eltern hoffentlich auch.

Danke nochmal fuer euer reges Schreiben ueber das Thema :)
Liebe Gruesse Anja & Co.
Liebe Grüße Anja und Sebastian + 8 Pfoten
Antworten