Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Arbeiten, Formalitäten, Wohnen, Studieren, Au-pair, Schüler-/Studentenaustausch, Praktika. Wir sind keine Jobbörse!
Barney Bär
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 2053
Registriert: Do, 10. Aug 2006, 0:13

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von Barney Bär »

@laurina&eike:

"ein dunkles und kaltes land", das ist ja putzig. :lol: tatsæchlich wird es im juni gar nicht mehr dunkel, zumindest nicht richtig, von suednorwegen mal abgesehen, aber da isses dann auch nicht mehr richtig kalt. :lol:
aber ganz ehrlich: fuer eure eltern hab ich ueberhaupt gar kein verstændnis. die haben euch doch nicht als ihr persønliches eigentum in die welt gesetzt. auch die enkel sind kein eigentum. ihr seid alle selbststændig denkende wesen und frei zu gehen wohin ihr wollt. genaugenommen ist das ein menschenrecht und wie eltern darauf kommen, ein vorrecht zu haben dieses ihren kindern zu verweigern, wird mir ein ewiges geheimnis bleiben. da kønnen sie ja genausogut verlangen, dass ihr euch zu ihnen ins grab legt aus reiner solidaritæt.
und von norddeutschland aus sind schweiz und østerreich uebrigens auch nicht unbedingt næher.
entschuldige meinen ausbruch, aber sowas erregt bei mir immer starken widerwillen.
und was das schmackhaft machen angeht: wuerde es zum glueck eines vaters nicht ausreichen, zu wissen, dass es der tochter gut geht und sie gluecklich ist? dass sie in der lage ist, ihr leben selbst zu meistern und auch in schwierigen situationen alleine zurechtkommt? wir sind selbst eltern und zumindest nach unserem verstændnis ist das die essenz des eltern seins. normalerweise ist es ja so, dass die eltern vor den kindern sterben und bis dahin sollte man den kindern die rechten werkzeuge (bildung, etc.) fuer ein erfolgreiches leben mitgegeben haben.
selbst wenn ihr in ein paar jahren wieder zurueckkommt, ein bisschen auslandserfahrung hat noch keinem geschadet, egal in welchem alter.
leider weiss ich aus eigener erfahrung, dass bei manchen eltern der erfolg der kinder nur neid und eifersucht erregt, im extremfall wird das erreichte dann mutwillig zerstørt ("wenn dein tuermchen høher ist als meins, schubs ich es eben um"). krank und traurig, aber wahr. dazu kommt noch, dass es recht schmerzhaft ist, die eigenen eltern so zu erleben. aber letztendlich sind es eure (und unsere) kinder, die absolute prioritæt haben, der ball wird immer nur nach vorne weitergegeben. wer das nicht einsieht (das ist uebrigens auch eine sache von "ich will aber nicht"), der hat eben pech.

in diesem sinne: allen einen schønen sonntag. :bounce:
Kerstin i Norge
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 1036
Registriert: Di, 02. Sep 2003, 13:26
Wohnort: Holum - Mandal

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von Kerstin i Norge »

Ich war schon immer der Wandervogel der Familie, hab beruflich kreuz und quer in Deutschland, in GB und F gelebt und da meine Familie Norwegen genauso liebt wie ich - hat sie die Entscheidung nicht umgehauen.
Ich bin jetzt seit 1997 hier oben, mein Bruder ist mit seiner Familie mittlerweile auch hier oben - ca 45 km von mir entfernt. Und meine Eltern versuchen seit 2 Jahren die Häuser in GM zu veräussern, weil sie auch in Norwegen leben wollen. Ich hoffe für sie, dass sie es bald schaffen.Sie werden ja auch nicht jünger. Sie würden dann neben meinem Bruder bauen.
Da mein Ehemann Norweger ist, brauchen wir uns um seine Familie da keine Sorgen zu machen. Sie wohnen ca 30 min Autofahrt von uns entfernt.

lg
Kerstin
sunshinekimba
Beiträge: 24
Registriert: Mi, 18. Mär 2009, 14:02

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von sunshinekimba »

Mein Vater hat die erste Woche überhaupt nicht mehr mit uns gesprochen, bzw. nur das nötigste. Dann habe ich nach einer Woche gefragt, ob er meint wir wollen auswandern nur um ihn zu ärgern - und dann hat es einmal richtig geknallt :-? Aber seitdem ist Ruhe - machmal stichelt er zwar noch ein bisschen aber damit kann ich leben. Unsere Freunde sind da absolut zweigeteilt, die einen sagen wir hätten sie nicht mehr alle und die anderen finden es gut und wollen uns auch besuchen (mal gucken wer dann wirklich kommt :roll: ) Immer wieder höre ich den Satz "Ihr seid aber mutig" und das von Leuten die in einer Gegend leben wo es eine sehr hohe Arbeitslosenquote und im Moment viel Kurzarbeit gibt. Meiner Meinung nach sind eher die mutig die hierbleiben und den Kopf in den Sand stecken damit sie nicht sehen was um sie rum passiert :roll:
Liebe Grüße
Andrea

Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum
fjordsteffi
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 141
Registriert: Fr, 08. Dez 2006, 21:09
Wohnort: Leinfelden-Echterdingen
Kontaktdaten:

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von fjordsteffi »

Hallo!

Ich lese hier sehr interessiert mit. Wir würden auch sehr gerne nach Norge auswandern, haben auch schon die ersten Versuche mit Bewerbungen und so gestartet. Leider erfolglos, wir haben einfach den falschen Job. :-(
Wir wohnen in der Nähe von Stuttgart und meine Eltern sind vor 6 Jahren nach Österreich (Nähe Wien) gezogen. Mein Vater ist aus Wien und es war immer klar, wenn er in Rente ist, geht er zurück nach Österreich. Mein Traum war auch immer Wien, aber das war, bevor ich das erste Mal in Norwegen war!
Meine Eltern haben totale Panik, dass ich wirklich nach Norwegen gehen könnte. Ich soll unbedingt nach Österreich kommen, hätte ich doch früher immer gesagt, dass ich da hin will. Sie verstehen das überhaupt nicht, dass man seine Meinung mal ändert. Sie waren auch noch nie in Norwegen. Nun wird bei jeder Gelegenheit etwas gegen Norwegen gesagt. Wie schlecht das dort alles ist. Man hört schließlich so viel, auch von Leuten, die schon dort waren. Ich war auch schon oft dort, aber meine Meinung und meine Erfahrungen zählen überhaupt nicht.
Wenn man in Österreich zu schnell fährt und geblitzt wird, ist das völlig in Ordnung, man muss sich schließlich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Ein Bekannter von ihnen war wohl in Norge und wurde ständig geblitzt, weil man da ja nur 80 fahren darf. Die totale Abzocke! Das die Straßen oft einfach nicht mehr hergeben, interessiert sie nicht. Der gleiche (war wohl mal LKW-Fahrer) hat behauptet, dass 50 % aller Norweger aufgrund der Verhältnisse im Land (langer, dunkler Winter, Straßenverhältnisse, ...) in psychiatrischer Behandlung sind. Die haben alle einen Schuß! Und so geht es gerade weiter... ich hab schon gar keine Lust mehr, mit meinen Eltern zu telefonieren.
Meine Mutter hat seit über 30 Jahren Diabetes und holt das jetzt immer vor, dass ich dann nicht schnell zu ihr kommen kann, wenn irgendwas ist. Aber von hier aus brauche ich auch mindestens 7 Stunden mit dem Auto. Und ich kann auch hier in Deutschland nicht alles stehen und liegen lassen. Sie haben bis vor 6 Jahren gerade mal 15 km entfernt von uns gewohnt. Mich hat auch keiner gefragt, ob ich es gut finde, wenn sie nach Österreich gehen. Und das mit dem Enkel kommt natürlich auch noch dazu. Und dann hält man mir vor, wenn ich gesagt hätte, dass ich ein Kind will, dann wären sie nicht weggezogen. :-?
Sie würden uns auch nie besuchen kommen, meinem Vater könne man die weite Strecke (mit fast 70 Jahren) nicht mehr zutrauen, außerdem hat meine Mutter Platzangst und würde nie mit der Fähre fahren oder in ein Flugzeug steigen.
Mein Bruder wohnt bei Hannover, der wird allerdings auch nicht oft besucht (vielleicht alle zwei Jahre).
So, das tat gut, sich alles mal von der Seele zu reden. Meine Eltern wissen übrigens nicht, dass wir wirklich auswandern wollen, sie wissen nur, dass wir mal darüber nachgedacht haben.

Liebe Grüße

Steffi
Barney Bär
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 2053
Registriert: Do, 10. Aug 2006, 0:13

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von Barney Bär »

hu, hier tauchen ja die reinsten horrorgeschichten auf. hab eigentlich gedacht, wir wæren mehr so die ausnahme. :-?
aber hier stossen wir wohl auf die wahren probleme der auswanderer.
Löwin
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 718
Registriert: Mi, 29. Okt 2008, 14:40
Wohnort: Bergen

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von Löwin »

Hei also das sind ja wirklich teilweise Horrorgeschichten.
Da kann ich denn doch nicht mitreden. Da wir schon älter sind war es bei uns nicht mehr so schlimm. Mein Vater war natürlich etwas traurig, aber er kennt das ja schon, 3 meiner Schwestern leben schon über 20 Jahre in den USA. Unsere Freunde waren natürlich geteilter Meinung, die einen meinten na ihr seit spätestens in einem Jahr wieder hier und wie könnt ihr hier alles aufgeben, euer Haus und die Arbeit, wobei nur ich Arbeit hatte und mein Mann sowieso schon 2 Jahre hier in Norge gearbeitet hat. Und meine Geschwister und die anderen Freunde fanden das toll und mutig und haben uns bewundert.
Natürlich ist es auch oft hier nicht einfach, vor allen Dingen seit mein Vater seit März schwer an Demenz erkrankt ist und nach einem schweren Zusammenbruch im Pflegeheim ist und ich ihn nicht so oft mehr sehen kann, das ist schon schlimm, aber vorher haben wir auch 520 Kilometer entfernt von einander gewohnt und ich hätte da ja auch nicht so oft hinfahren können.
Natürlich ist es für Eltern oft schwer loszulassen aber heutzutage gibt es doch keine wirklichen Entfernungen mehr und ich denke man sollte das Wohl seiner Kinder vor den eigenen Bedürfnissen stellen, so wie ich es in meinem Elternhaus kennen gelernt habe.
Und mit Geduld und Ausdauer werden eure Eltern sich schon an den Gedanken gewöhnen und die Sehnsucht wird ihre Meinungen schon ändern. So lasst euch nicht unterkriegen und viel Glück aus Bergen
wünscht euch Löwin :D
stemu
Beiträge: 33
Registriert: Mi, 13. Aug 2008, 8:44
Wohnort: askim

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von stemu »

So, da muss ich mich auch mal zu Wort melden... Puhhhhh.... haben wir ein Glück mit unseren Familien, wenn ich das hier so lese!
Wir haben uns die Umsiedlung wirklich nicht einfach gemacht, zumal wir zwei erwachsene Söhne (18 und 21) in Deutschland zurück gelassen haben. Gerade mir, als Mutter, fiel das überhaupt nicht leicht! Unsere Tochter (14) haben wir mit uns hier in Norwegen und die fühlt sich pudelwohl und will nie wieder zurück; ausser zu Besuch!
Die absolute Aussage über unsere Pläne bekamen wir von unseren 2 Jungs, die dann meinten: Ihr habt euch immer nur um uns gekümmert, jetzt kümmert euch mal um euch!!!
Auch haben beide Eltern (also Schwiegereltern und Eltern) positiv zu dem ganzen gestanden! Die Aussage war: Wenn es euch da besser geht, dann macht das! Ihr müsst euer Leben leben.
Wir haben immer in der Nähe unserer Eltern gewohnt. Nie weiter wie 20km entfernt, aber wir führen heute bessere Gespräche und freuen uns wahnsinnig, wenn wir uns auf Besuch sehen! Unsere Jungs sind jeden Urlaub hier bei uns und erwägen mitlerweile sogar wieder in die Nähe der Eltern zu kommen! Freunde waren sehr geteilter Meinung aber mitlerweile sind sogar einige dabei, die uns beneiden und sagen: Seit froh, das ihr das gemacht habt! Und sie freuen sich für uns.
Ich wünsche vielen hier, das sie das eines Tages auch von ihrer Familie und Freunden behaupten können.
Ha det og lykke til Daniela
Nicht´s ist so schlecht, dass es nicht für was gut ist!
Beaubacy
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 223
Registriert: Sa, 28. Mär 2009, 12:17
Wohnort: jetzt Norge (Geilo)

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von Beaubacy »

laurina&eike hat geschrieben:...danach gab es nochmal ein gespräch, indem sie klar sagten, sie würden unser vorhaben nicht unterstützen, wird seitdem das thema totgeschwiegen. wir haben recht häufig kontakt miteinander, da wir nur 20km auseinander wohnen,aber kommt das thema norwegen irgendwie auf den tisch, steht mein vater auf und geht raus. die tochter mitsamt den enkeln loszulassen ist wohl sehr schwierig!
wir haben immer das gefühl, es ihnen irgendwie schmackhaft machen zu müssen und warscheinlich schüren sie auch zweifel und ängste, die man doch tief drinnen hat.
wie ihr seht, ist die situation schon recht schwierig.....
Tja bei meinen Eltern ist es ähnlich. Sie wollen uns in keinster Weise unterstützen. Nicht finanziell und auch sonst nicht und schon garnicht besuchen. Am liebsten würden meine Eltern auch das Thema totschweigen...
ich fange aber immer wieder mit erzählen an. Aber ich merke, wie sie am liebsten Gras über die Sache wachsen lassen würden. Und hoffen, dass es nur ein schlechter Traum ist. Aber wir ziehen unser Vorhaben durch. Mit ihrer oder ohne ihre Hilfe. Meine Eltern waren schon immer ängstlich, zu ängstlich... Sie würden sowas nie machen. Viel zu viel Aufwand, Stress ... wo das jetzige Leben auch gut so ist. Sie würden einen so großen Schritt nie wagen. Und glauben, dass wir es nicht packen und uns zu viel zumuten. Aber wir wollen es von ganzen Herzen und nur das zählt. Wir sind auch bereit mit allen Konsequenzen zu leben.

Zieht euer Ding durch. Egal was sie davon halten. Man kann es eh nicht jeden recht machen.

LG Anja
Liebe Grüße Anja und Sebastian + 8 Pfoten
Beaubacy
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 223
Registriert: Sa, 28. Mär 2009, 12:17
Wohnort: jetzt Norge (Geilo)

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von Beaubacy »

Barney Bär hat geschrieben:hu, hier tauchen ja die reinsten horrorgeschichten auf. hab eigentlich gedacht, wir wæren mehr so die ausnahme. :-?
aber hier stossen wir wohl auf die wahren probleme der auswanderer.
Bin auch sehr überrascht, dass doch einige solche negativen Erfahrungen mit ihrer Verwandtschaft und das Thema auswandern machen. Bin ich ja schon fast wieder beruhigt, nicht als Einzelfall dazu stehen :rocker:
Liebe Grüße Anja und Sebastian + 8 Pfoten
Tina&Kei
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 205
Registriert: Fr, 13. Mär 2009, 18:53
Wohnort: Knapstad, Norwegen

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von Tina&Kei »

Puuuuhhhhh, da schüttelt es auch mich nochmal! Was wirklich manche mit ihren "Lieben" erleben, geht ja auf keine Kuhhaut! Ich finde auch, man sollte SEINEN Weg gehen, und sich von keinem beeinflussen lassen. Das Leben ist viel zu kurz, um sich mit manch einem "Firlefanz" zu beschäftigen. Keiner, niemand kann einem "vorschreiben", wo man leben kann und will.
Ich hatte vor 2 1/2 Jahren eine Jobangebot in Norge, und habe es damals abgelehnt, weil meine Ma krank wurde. (@motocruiser- da haben wir ja fast was gemeinsam!). Sie verstarb letztes Jahr mit nur 51 Jahren und seitdem plane ich wieder intensiver. Sie hätte mich völlig unterstützt......ich hätte wetten können, das sie in der Rente die meiste Zeit bei mir verbracht hätte :cry: .
Deswegen: Das Leben ist zu KURZ, um sich mit dem "Meinungen" anderer abzugeben. Entweder sie akzeptieren und respektieren eine solche Entscheidung eines erwachsenen Menschen, oder man muss sich wirklich fragen, ob sie einen für ernst nehmen!
Ich sag mir mittlerweile: Wer dann zu besuch kommt, ist da- wer nicht kommt, hat eben Pech gehabt!

Mensch, da fehlen mir echt zum Teil die Worte.......man muss wirklich nicht alle Menschen verstehen! Irgentwann muss jeder loslassen. Und in einem schönen Land, mit liebenswerten Menschen und eine super Aussicht für die Kinder, Enkelkinder...........was kann man da dagegen haben??? Sollen diejenigen sich doch mal fragen, was Kinder in D für Zukunftschancen haben.... :kopfmauer: ..da wird mir schlecht, wenn ich daran denke - und - ich habe noch keine Kinder.

Hach.....da könnte man wirklich endlos drüber diskutieren!

*schüettel* LG Tina :spinner:
fjellnorge
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 249
Registriert: Fr, 08. Jun 2007, 10:50
Wohnort: Norddeutschland

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von fjellnorge »

Macht euren Traum wahr, wenn es möglich ist.
Aber bedenkt, bei all den negativen Ankündigungen und Kommentaren von den Eltern, dass sie größtenteils mit der Situation überfordert sind, ihre Kinder in der vermeintlich unerreichbaren Ferne künftig zu wissen. Dabei - und einige haben das bereits geschrieben - sind auch einige hundert km in Deutschland nicht jedes WE zu überbrücken.
Sie, die Eltern, haben Angst, ihre Kinder zu verlieren. Können die neue Situation in ihre eigene (Gefühls) Welt nicht einpassen. Letzten Endes sind deren Äußerungen aber überwiegend Ausdruck der daraus resultierenden Überforderung und auch Zeugnis, dass sie an ihren Kindern hängen, sie lieben...
Denn, wer keine emotionale Bindung hat, nimmt keine Notiz - dem ist es doch egal, ob sein Kind wegzieht oder nicht etc. Das sollte man an dieser Stelle nicht vergessen. Und man sollte auch nicht vergessen, dass die betroffenen Eltern die Auswanderung von einer anderen "Lebens"Ebene betrachten: Ihnen ist mit nahezu jeder Woche immer deutlicher vor Augen, dass ihr Leben endlich ist, sie weit über die Hälfte davon bereits verbracht haben - da verstärkt sich nochmals jede Torschlusspanik.
Es wird nicht einfachn sein, von beiden Seiten damit vernünftig umzugehen. Wie in vielen Dingen so auch hier: Es ordnet sich im Laufe der Zeit, weil man sich doch irgendwie einrichten kann. Es hilft ja nichts.

Viel Glück bei euren Vorhaben!
fjellnorge
stemu
Beiträge: 33
Registriert: Mi, 13. Aug 2008, 8:44
Wohnort: askim

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von stemu »

Auf der einen Seite gebe ich dir da absolut recht, auf der anderen Seite muss ich doch einen Einwand bringen. Es zeugt auch von Liebe, wenn man seinen eigenen Egoismus zurück stellt und jemanden ziehen lässt! Es soll den Eltern ja nicht egal sein! Aber sie sollten doch ein wenig Verständnis aufbringen und Vertrauen in das Unternehmen ihrer Kinder haben.

Daniela
Nicht´s ist so schlecht, dass es nicht für was gut ist!
Beaubacy
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 223
Registriert: Sa, 28. Mär 2009, 12:17
Wohnort: jetzt Norge (Geilo)

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von Beaubacy »

@fjellnorge

Du hast recht, dass die Eltern aus Liebe an einen hængen. Ich kann mir auch vorstellen, dass es schwer ist. Wære es aber umgekehrt so und meine Eltern wuerden auswandern, dann muss ich es auch akzeptieren. Man muss das Beste aus der Situation machen. Heutzutage ist die Welt doch soooo klein. Man hat Internet, Telefon und kann in ein paar Stunden sonst wohin fliegen. Fuer mich wird es auch nicht einfach werden ....man wird die Familie auch oft genug vermissen aber man muss auch mal in den sauren Apfel beissen und auch mal solche Dinge im Leben in Kauf nehmen. Es ist eben nicht immer alles locker und leicht. Jeder muss fuer sich glueklich sein und sein Leben nach seinen Wuenschen und Vorstellungen gestallten. Wenn ich Kinder habe, wird mir auch nicht immer alles passen. Aber so ist das Leben eben.

Einen verregneten Gruss aus Karlsruhe
Liebe Grüße Anja und Sebastian + 8 Pfoten
biabir
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 140
Registriert: Mi, 02. Apr 2008, 9:46

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von biabir »

Hei,

ich will zwar nicht auswandern, aber wohne auch knapp 300 km von meiner Mutter entfernt. Und wenn ich so Recht drüber nachdenke sehen wir uns vielleicht auch nur 2 bis 3 mal im Jahr. Und wenn ich an den Tag denke, als ich meiner Mutter mitgeteilt habe das ich eine eigene Wohnung habe in ca. 30km Entfernung...., ich denke ihr wisst was ich meine.

Was ich eigentlich damit sagen will, es kommt glaub ich nicht auf die Entfernung oder das Land an, wo man gedenkt zu wohnen. Es ist grundsätzlich die "Angst" seine Kinder zu "verlieren" und nicht mehr mal fix auf einen Kaffee vorbei zukommmen (es kann auch seine Vorteile haben :wink: ).

Ich denke nur wenn man es wirklich will, soll man das tun was man selber will. Und sich nicht von anderen rein reden lassen. Was ich nur immer wieder feststelle, das viele sehr "blauäugig" an die Sache ran gehen. Vorbereitung ist alles und dann wird man auch nicht enttäuscht und dann sind die Eltern vielleicht auch Stolz zu berichten das die Kinder in Norwegen glücklich und gesund leben. Oder wo auch immer in auf dieser Welt.

Hilsen
biabir
fjellnorge
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
Beiträge: 249
Registriert: Fr, 08. Jun 2007, 10:50
Wohnort: Norddeutschland

Re: Wie dachten/denken eure Eltern + Verwandte übers auswandern?

Beitrag von fjellnorge »

@ Beaubacy:

Helt enig og du har to fine hunder!
Lykke til
fjlellnorge
Antworten