Selbständigkeit in Norwegen als Handwerker

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handwerk-er
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Selbständigkeit in Norwegen als Handwerker

Beitrag von handwerk-er »

Guten Tag allen hier im Forum.
Zu aller erst muss ich euch mitteilen, daß ich ganz neu hier bin und mir deshalb etwaige Fehler bitte zu verzeihen sind.
Ich habe Fragen zur Arbeit als deutscher Handwerksbetrieb hier in Norwegen.
Am besten ist es wohl, wenn ich mal in einigen Stichpunkten dieses erläuter,:
- ich möchte ca. 1/2 Jahr pro Jahr hier arbeiten, das beste wäre 14/14 oder
so was in der Art, denn dann spielt die Familie am längsten mit :wink:
- wie wird hier die Anwesenheit gerechnet, ab dem ersten Besuch (quasi wie Geschäfftsjahr, oder Kalenderjährlich und ab wieviel Tagen muss man hier Steuern zahlen
- kann ich als deutscher Handwerksbetrieb Rechnungen an eine norwegische Firma stellen, wenn das nicht so einfach möglich ist, was ist alles dabei zu beachten
- muss ich in Norwegen ein Konto haben, um die Rechnungseingänge zu empfangen, was ist bei der Sache Konto zu beachten, habe keines hier und wenn ich eines bräuchte, was muss ich da für Voraussetzungen erfüllen
- ab welcher monatlichen Umsatzhöhe muss ich Rechnungen zwingend mit MwSt. stellen, ich frage deshalb, kann ich das mit der MwSt. gegebenenfalls auch umgehen, büße zwar dann bei Einkäufen die Vorsteuer ein, aber ich hätte möglicherweise wenig mit dem Fiskus zu tun
- ich suche einen deutsch sprechenden Steuerberater, wenn ich diesen hier benötige, um aktiv werden zu können- Raum Stavanger, jedoch sollte dieser nicht die erwirtschafteten Einnahmen über Gebühr verzehren

Wie unschwer zu sehen ist, habe ich zwar so einiges mal wage gehört, doch eigentlich fehlt mir kompetente Auskunft.
Ich würde mich sehr über kompetente Auskünfte freuen.

Noch was zu mir,: ich bin Bühnenmeister, da ich aus dem Dekorationsbau komme, also Quasi Tischler, habe hier in Norwegen schon Trockenbau gemacht, Holz/Glas-wände aufgestellt, Systemdecken montiert, außerdem bin ich auch noch Schlossermeister(Kleine Werkstatt in Deutschland).
Ich habe sehr große Ansprüche an die Qualität der auszuführenden Arbeiten, bin von ganzem Herzen Handwerker.

FG Jan
Ich bin noch sehr unerfahren mit den Geflogenheiten hier in Norwegen, nebst der Sprache, sorry.
Apalliker
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Re: Selbständigkeit in Norwegen als Handwerker

Beitrag von Apalliker »

Hei Handwerk-er,

bitte entschuldige, aber ich weiss ja nicht, ob Deine Fragen den Rahmen von diesem Forum sprengen würden. Die Ansiedlung als ausländische Firma ist, zumal wenn jemand nicht der Sprache mächtig ist, nicht mal so eben mit ein paar Foreneinträgen zu erledigen.
Ich habe hier mal zwei Link's, die für Dich interessant sein könnten:
http://www.etablere.no/
http://www.lovdata.no/

Viele Grüsse aus dem Norden
alien
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Re: Selbständigkeit in Norwegen als Handwerker

Beitrag von alien »

mal ein tip wenn du in deutschland in der handwerkskammer bist geh mal da hin , :wink: und informier dich da mal :roll:
Det22
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Re: Selbständigkeit in Norwegen als Handwerker

Beitrag von Det22 »

handwerk-er hat geschrieben:.............. habe hier in Norwegen schon Trockenbau gemacht, Holz/Glas-wände aufgestellt, Systemdecken montiert, .........
Wie hast du diese Aufträge denn behandelt / abgewickelt / abgerechnet?
Detlef
macska
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Re: Selbständigkeit in Norwegen als Handwerker

Beitrag von macska »

@Det22
:idea: :idea: Was für eine Frage? Kennst du keine Freundschaftsdienste :?: :?: :?:
Wer die Tränen lacht, braucht sie nicht weinen.
Det22
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Re: Selbständigkeit in Norwegen als Handwerker

Beitrag von Det22 »

macska hat geschrieben:@Det22
:idea: :idea: Was für eine Frage? Kennst du keine Freundschaftsdienste :?: :?: :?:
8) du hast "dugnad" vergessen :lol:
Apalliker
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Re: Selbständigkeit in Norwegen als Handwerker

Beitrag von Apalliker »

Det22 hat geschrieben:
macska hat geschrieben:@Det22
:idea: :idea: Was für eine Frage? Kennst du keine Freundschaftsdienste :?: :?: :?:
8) du hast "dugnad" vergessen :lol:
Na, dann nur soviel zu Euren "Freundschaftsdiensten":
http://www.itromso.no/nyheter/article132886.ece
Wer hier den Staat bescheißt und dabei erwischt wird, kann sich warm anziehen. Dann heißt es nämlich:"Seien Sie doch bitte so nett, und geben beim Verlassen des Landes gleich Ihre Aufenthaltsgenehmigung an der Grenze ab. Ach, und Ihr Fahrzeug können Sie auch gleich hier lassen, so als Pfändung, verstehen sie.............."
Det22
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Re: Selbständigkeit in Norwegen als Handwerker

Beitrag von Det22 »

Apalliker hat geschrieben:
Det22 hat geschrieben:
macska hat geschrieben:@Det22
:idea: :idea: Was für eine Frage? Kennst du keine Freundschaftsdienste :?: :?: :?:
8) du hast "dugnad" vergessen :lol:
Na, dann nur soviel zu Euren "Freundschaftsdiensten":
http://www.itromso.no/nyheter/article132886.ece
Wer hier den Staat bescheißt und dabei erwischt wird, kann sich warm anziehen. Dann heißt es nämlich:"Seien Sie doch bitte so nett, und geben beim Verlassen des Landes gleich Ihre Aufenthaltsgenehmigung an der Grenze ab. Ach, und Ihr Fahrzeug können Sie auch gleich hier lassen, so als Pfändung, verstehen sie.............."
Wenn du vorher meine Frage nach der Behandlung der bisher durchgeführten "Arbeiten" gelesen hast, wirst du eventuell die leichte Ironie bemerkt haben.

Zu dem ist auch die Gefahr - jedenfalls in den Hüttengebieten - bei nicht erlaubter Ausführung von Tätigkeiten erwischt zu werden extrem hoch. Bei uns in der Gegend werden regelmäßig Kontrollen durchgeführt.
Apalliker
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Re: Selbständigkeit in Norwegen als Handwerker

Beitrag von Apalliker »

Hei Det22,

sorry, wenn ich Deine Ironie nicht bemerkt habe :wink:
Das ist manchmal nicht so leicht, zwischen den Zeilen zu lesen. :roll:
Hier "oben" haben die Kontrollen inzwischen auch erheblich zugenommen.
Det22
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Re: Selbständigkeit in Norwegen als Handwerker

Beitrag von Det22 »

Apalliker hat geschrieben:Hei Det22,

sorry, wenn ich Deine Ironie nicht bemerkt habe :wink:
Das ist manchmal nicht so leicht, zwischen den Zeilen zu lesen. :roll:
:D
Hier "oben" haben die Kontrollen inzwischen auch erheblich zugenommen.
Wie sagte schon ein bekannter deutscher Politiker: UND DAS IST AUCH GUT SO - auch wenn es in einem anderen Zusammenhang war.
Apalliker
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Re: Selbständigkeit in Norwegen als Handwerker

Beitrag von Apalliker »

ja ja , der olle Wowereit, um mal keine Namen zu nennen........... :P
macska
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Re: Selbständigkeit in Norwegen als Handwerker

Beitrag von macska »

@Apalliker
Hei, natürlich war das Ironisch gemeint. Es ist auch völlig richtig, dass sowas streng kontrolliert wird. Man sieht ja, wo man hinkommt, wenn so viele "dunkelfarbig" arbeiten. Die Lohnspirale dreht sich immer weiter nach unten- D ist der beste Beweis. Mein Vater hat jahrelang in Chemnitz auf Baustellen verbracht, wo von 50 Arbeitern 30 verschwanden, wenn unbekannte Fahrzeuge vorfuhren. Mein Mann hat im ersten Freizeitparks Sachsen gearbeitet,wo Rumänen den halben Park für 1,50 / Stunde gemauert, gefliest usw. haben. Eine Schande ist das. Und die Ämter haben das gewusst und drüber weggeschaut, während die Einheimischen zu Hause hockten. Das nur nebenbei.
L.G.
m.
Wer die Tränen lacht, braucht sie nicht weinen.
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Re: Selbständigkeit in Norwegen als Handwerker

Beitrag von meico »

guten Abend ,

welche Werkzeuge muss man verzollen? Wonach muss man sich richten?

Gruss Meico
muheijo
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Re: Selbständigkeit in Norwegen als Handwerker

Beitrag von muheijo »

meico hat geschrieben:guten Abend ,

welche Werkzeuge muss man verzollen? Wonach muss man sich richten?

Gruss Meico
laut zoll die profi-werkzeuge des handwerkers zur ausuebung seines handwerks. (bsp. schere/friseurstuhl fuer den friseur)
da man viele werkzeuge auch als normal-sterblicher privat nutzt,
(welcher norweger hat z.b. keine handkreissæge im keller?)
wuerde ich davon ausgehen, dass du wirklich nur die werkzeuge verzollen musst, die unzweifelhaft nur fuer den profi bestimmt sind.
ich hoffe, ich habe mich schwammig genug ausgedrueckt... :wink:

gruss, muheijo
"Nicht diejenigen sind zu fürchten, die anderer Meinung sind, sondern diejenigen, die anderer Meinung sind, aber zu feige, es zu sagen."

(Napoléon I.)
Heli
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Re: Selbständigkeit in Norwegen als Handwerker

Beitrag von Heli »

Hei,

eine selbständige Tätigkeit in Norwegen ist administrativ nicht so schwierig wie man denkt. Haben diesen Weg auch mal eingeschlagen.

Empfehlenswert ist die Gründung einer AS. Das ist derzeit mit 100.000 NOK Stammkapital und rund 15.000 NOK Gebühren verbunden. Dazu braucht man i.d.R. keinen festen Wohnort in Norwegen. Eine D-Nummer, ein Bankknto und ein norwegischer Steuerberater (Revisor) reicht. Ich habe dies auch im Rahmen dieses Forums schon mal erläutert.

Dann stellste Du Rechnungen ganz normal mit mva aus und führst das ans Finanzamt im 2-Monatszyklus ab. Auf der anderen Seite machst Du Vorsteuer (und Einfuhrumsatzsteuer, falls Du nette Sachen aus Deutschland importieren möchtest) geltend.

Bei der Ausübung eines Handwerks muss du Deine Befähigung in Norwegen authorisieren lassen. Ich weiss wie das für Elekriker geht. Ist vom Einzelfall abhängig. Meisterzwang beseteht nicht.

Hoffe ich konnte Dir ein paar Startinfos geben. :lol:

Viele Grüße aus dem frisch verschneitem Bergen!
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